Hartz und Volkert äußern sich - VW-Händler fürchten negative Folgen der Affäre
Anwalt Kubicki macht Druck auf Hartz

FDP-Spitzenpolitiker Wolfgang Kubicki vertritt als Anwalt einen der Hauptbeschuldigten im VW-Schmiergeldskandal - und verfügt angeblich über Unterlagen, die den VW-Personalvorstand seinen Job kosten könnten. „Dieser Kelch wird nicht an ihm vorübergehen", sagte der streitbare FDP- Landtagsfraktionschef in Kiel laut „Automobilwoche“. „Sie können davon ausgehen, dass Peter Hartz nächste Woche nicht mehr VW-Personalvorstand sein wird.“ Beobachter rätseln, was dahinter steckt.

WOLFSBURG. Kubicki vertritt in der VW-Affäre Klaus-Joachim Gebauer, einen inzwischen entlassenen Mitarbeiter der VW-Personalabteilung, der unter Betrugsverdacht steht. Gebauer, neben Ex-Skoda-Personalvorstand Helmuth Schuster Hauptbeschuldigter in der Affäre, war bei VW für die „umfassende Betreuung der Betriebsräte” zuständig. Genau wie Schuster war er dort dem Vorstand Peter Hartz unterstellt. Der Autobauer hatte zwei Strafanzeigen gestellt und beide Mitarbeiter fristlos entlassen.

Nach einem Bericht der „FAZ“ weisen Beobachter indes darauf hin, daß bislang noch kein einziger schriftlicher Beleg für die Vorwürfe gegen Hartz nach außen gedrungen sei. Möglicherweise versuche Kubicki lediglich, in der öffentlichen Diskussion ein größeres Rad zu drehen, um von der Schuld seines Mandanten, gegen den die Staatsanwaltschaft bereits ermittelt, abzulenken. Auffällig ist jedenfalls, dass ein FDP-Spitzenpolitiker in seiner Rolle als Anwalt Kritik an einem Vorstand übt, der maßgeblich mit der SPD-Bundesregierung zusammengearbeitet hat.

Kubicki nahm seinen Mandanten indes öffentlich in Schutz. Gebauer habe nach seinen bisherigen Informationen nichts getan, was strafrechtlich relevant sei. „Mein Mandant hat sich weder eines Betruges noch einer Untreue schuldig gemacht. Er ist seit 32 Jahren im Konzern, seit 16 Jahren zuständig für die Koordination zwischen Gesamtbetriebsratsausschuss und Vorstand und hat die ihm übertragenen Aufgaben bis vor kurzer Zeit zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten erfüllt.“ Nun werde ein „konzerninterner Machtkampf“ unter anderem auf dem Rücken seines Mandanten ausgetragen.

Bisher gebe es niemanden, der konkret erkläre, was seinem Mandanten eigentlich vorgeworfen werde, sagte Kubicki weiter. Er werde eine Kündigungsschutzklage gegen die fristlose Kündigung erheben.

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