Hauptlast der Restrukturierung kommt noch
EADS erwartet niedrigere Kundenfinanzierung

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS rechnet für 2003 mit einem deutlich geringerem Volumen bei der Kundenfinanzierung als bislang anvisiert. Die Hauptlasten der Restrukturierung im krisengeschüttelten Raumfahrtgeschäft sieht die Airbus-Mutter in der zweiten Jahreshälfte auf sich zukommen.

Reuters LONDON/MÜNCHEN. „Wir werden deutlich unter dem zu Jahresbeginn angekündigten Volumen bleiben“, sagte EADS-Co-Chef Rainer Hertrich am Montag in London mit Blick auf den Umfang der Kundenfinanzierung 2003. Der Konzern hatte Anfang des Jahres mit einer Größenordnung von 1,5 Milliarden Euro gerechnet. Die Kundenfinanzierung gilt als entscheidende Größe für Flugzeugbauer, da angesichts der angespannten Lage in der zivilen Luftfahrtbranche die Konzerne Airlines beim Kauf von Flugzeugen stärker finanziell unterstützen müssen. Damit wächst aber auch die Gefahr, dass die Flugzeughersteller Risiken - etwa durch die Pleite eines Kunden - mit in ihre Bilanzen aufnehmen.

Die EADS-Aktie notierte am Mittag auf Xetra mit 12,81 Euro 4,4 Prozent im Plus, während der MDax nur um 0,7 Prozent zulegen konnte.

Hauptlasten der „Space“-Restrukturierung kommen noch

Ursprünglich hatte EADS am Montagmorgen die Zahlen für das erste Halbjahr bekannt geben wollen, doch durch eine Panne bei der spanischen Börse war der Bericht bereits am Freitag veröffentlicht worden. Der Konzern hat in den ersten sechs Monaten einen operativen Gewinnrückgang (Ebit) auf 592 (Vorjahr 775) Millionen Euro verbucht, die Erwartungen der Analysten dabei aber übertroffen. Zugleich bekräftigte EADS die Prognose für das laufende Jahr, wonach das Ergebnis vor Steuern und Zinsen sowie Umsatz jeweils auf Vorjahresniveau liegen sollen.

Tief rote Zahlen hatte im Halbjahr vor allem wieder die Raumfahrtsparte „Space“ hinnehmen müssen, die den operativen Verlust auf 131 (85) Millionen Euro ausweitete. Darin enthalten waren Restrukturierungskosten von 88 Millionen Euro - ein Volumen, das geringer als von Analysten erwartet ausfiel.

Hertrich kündigte nun an, die wesentlichen Lasten der Sanierung würden in der zweiten Jahreshälfte entstehen. „Wir erwarten Rückstellungen von bis zu 200 Millionen Euro im zweiten Halbjahr“, sagte er. Wahrscheinlich würden diese im vierten Quartal verbucht. Bereits am Freitag hatte die EADS aber erklärt, man sei in der Sparte auf dem richtigen Weg, um 2004 aus den roten Zahlen zu kommen.

Hintergrund der Schwäche in dem Bereich sind unter anderem der Einbruch bei der Nachfrage nach Satelliten und technische Probleme beim Raketenprogramm Ariane. Anfang März hatte die EADS angekündigt, über die geplanten 1600 Stellen weitere 1700 Arbeitsplätze in der Sparte zu streichen.

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