Hauptversammlung
A400M-Desaster verunsichert EADS

Unsicherheit mögen Aktionäre gar nicht. Und auf der Hauptversammlung kommt es besonders schlecht an, wenn ein Konzernchef nicht sagt, wie das Jahr laufen wird. Genau das tat heute aber Louis Gallois, der Chef des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS. Die Finanzstärke der Kunden verunsichert den Konzern genauso wie der A400M.

HB AMSTERDAM. Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS wird angesichts der Wirtschaftskrise bei seiner Einschätzung für das laufende Jahr vorsichtiger. Die Konzerntochter Airbus soll bei den Flugzeug-Auslieferungen nur noch höchstens auf das Niveau des Vorjahres kommen, wie EADS-Chef Louis Gallois auf der Hauptversammlung des Konzerns in Amsterdam darlegte.

Bislang hatte sich das Management den Rekordwert von 483 ausgelieferten Flugzeugen im vergangenen Jahr auch für 2009 als Ziel gesetzt. Dennoch will EADS operativ in den schwarzen Zahlen bleiben, auch wenn das Ergebnis unter anderem wegen der Hängepartie um den Militärtransporter A400M spürbar niedriger ausfallen dürfte als im Vorjahr.

Die Aktie des im MDax notierten Konzerns setzte ihren Höhenflug vom Vormittag nach Beginn der Hauptversammlung fort und lag zuletzt mit 3,64 Prozent im Plus bei 11,40 Euro.

Die Gewinnentwicklung sei wegen der Unsicherheiten um den A400M schwer einzuschätzen, sagte Gallois. Die möglichen Belastungen durch die Verzögerungen und die erwarteten Vertragsänderungen bewegten sich in einer großen Spanne. Auch Marktentwicklung, Wechselkursschwankungen und die Flugzeugfinanzierung für Kunden machten eine Prognose schwierig. Wenn Airbus tatsächlich genauso viele Flieger ausliefert wie im Vorjahr, soll der Konzernumsatz 2009 in etwa stabil bleiben. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen auf Unternehmenswerte und Einmaleffekte, bei EADS als EBIT definiert, soll trotz eines Rückgangs positiv bleiben.

Dennoch sieht sich EADS mit eines dicken Auftragspolsters gut für die Krise aufgestellt. „Die Auslieferungsrate zeigt bislang keine Abweichung von unseren internen Planungen“, sagte Gallois. Airbus hatte in der Vergangenheit deutlich mehr Aufträge angenommen, als die Werke abarbeiten konnten. „Dieser Grad an Überbuchungen wird - auch wenn er derzeit rückläufig ist - weiterhin ein Schutz gegen Stornierungen und Verschiebungen sein“, zeigte sich der Konzernchef zuversichtlich. In diesem Jahr rechnet er bei Airbus weiterhin mit 300 Neubestellungen, auch wenn dies „immer schwieriger“ werde.

Der Erstflug des Sorgenkinds A400M rückt Gallois zufolge unterdessen näher. Über einen konkreten Termin spreche EADS nun mit den beteiligten Industriepartnern. Zugleich verhandelt der Konzern noch mit den Erstkunden-Nationen über eine Änderung der Verträge. Die Gespräche seien eine Chance, alle Vertragsbedingungen neu auszuarbeiten, sagte Gallois.

Dabei gehe es um tragbare Lösungen für alle Beteiligten. Die Entwicklung des Militärtransporters liegt inzwischen rund drei Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück. Die europäische Rüstungsbehörde OCCAR hatte EADS eine Frist bis Ende Juni gesetzt. Bereits zum 1. April hätten die Erstkunden aus dem bestehenden Vertrag aussteigen können.

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