Hauptversammlung
Aktionäre kritisieren Heideldruck

Der Vorstand der Heidelberger Druckmaschinen musste sich auf der Hauptversammlung in Mannheim harte Kritik von den Aktionären anhören. Grund ist der beispiellose Sinkflug des Aktienkurses. Vor allem in der Öffentlichkeitsarbeit gestand die Unternehmensführung Fehler ein - und versuchte, Übernahmespekulationen zu zerstreuen.

MANNHEIM. "Geben Sie den Aktionären die Millionen wieder", forderte ein Kleinanleger angesichts des innerhalb eines Jahres von 40 auf zehn Euro gesunkenen Aktienkurses, dem tiefsten Stand seit dem Börsengang vor rund zehn Jahren. "Sie müssten im Büßergewand auftreten und sich entschuldigen", schimpfte ein anderer der rund 1 700 Aktionäre im Mannheimer Rosengarten.

Der Vorstandsvorsitzende Bernhard Schreier und auch der Aufsichtsratsvorsitzende Mark Wössner gestanden Fehler vor allem in der Öffentlichkeitsarbeit ein. "Der Aktienkurs spricht eine eindeutige Sprache", sagte Wössner. "Wir wollen es künftig besser machen." "Wir müssen die Botschaft nach draußen bringen, dass sich das Unternehmen seit Mai völlig neu aufgestellt hat", sagte Schreier.

Auch das vor knapp zwei Wochen präsentierte Sparprogramm kam bei den Aktionären schlecht an. Der Vorstand will rund 500 der knapp 20 000 Stellen streichen, Fertigung nach China und in die Slowakei verlagern und mehr im Ausland einkaufen. Dadurch sollen in drei Jahren 100 Mill. Euro eingespart werden. "Niedlich" nannte ein Aktionär das Programm. Es sei viel zu gering und es fehle die Botschaft an den Kapitalmarkt. Schreier verteidigte das Programm, sagte aber auch, dass es einen Plan B gebe, falls sich der Markt nicht bessere. "Wir arbeiten an Schubladenplänen." Betriebsbedingte Kündigungen sind nach einer Vereinbarung mit den Arbeitnehmern bis 2012 ausgeschlossen, allerdings kann dieses Abkommen bei einem Markteinbruch ausgesetzt werden.

Die Befürchtungen, dass Heideldruck angesichts des niedrigen Börsenkurses übernommen werden könnte, versuchte Schreier mit dem Hinweis auf den Weltmarktanteil von 40 Prozent zu zerstreuen. "Kein Wettbewerber kann uns übernehmen", sagte er. Die Hauptversammlung genehmigte alle Punkte der umfangreichen Tagesordnung, die Ermächtigung zur Kapitalerhöhung allerdings nur mit 76 Prozent.

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