Hauptversammlung
Aktionäre rechnen mit Kopper und Schrempp ab

Die Hauptversammlung von Daimler-Chrysler in Berlin dauerte bis in die Nacht hinein. Die Aktionäre überschütteten Ex-Vorstandschef Jürgen Schrempp und den langjährigen Aufsichtsratschef Hilmar Kopper mit Kritik. Doch auch der frisch gebackene Konzernchef Dieter Zetsche kam nicht ganz ungeschoren davon.

HB BERLIN. In der mehr als elfstündigen Aussprache gingen die 7 400 Aktionäre am Mittwoch in Berlin hart mit Schrempp und seinem Förderer Kopper ins Gericht. Bei der Einzelabstimmung am Abend wurde Schrempp lediglich mit knapp 95 Prozent der Stimmen entlastet, Kopper kam nur auf 94 Prozent. Zetsche erhielt hingegen fast 99 Prozent Zustimmung, die übrigen Vorstände und Aufsichtsräte wurden jeweils mit mehr als 98 Prozent entlastet.

Kopper und Schrempp wurden mehrfach mit Buhrufen und Pfiffen bedacht. Den von Kleinaktionären geforderten vorzeitigen Rücktritt lehnte der ehemalige Deutsche-Bank-Chef Kopper ab.

Von dem seit 100 Tagen an der Konzernspitze stehenden Schrempp-Nachfolger Dieter Zetsche verlangten Klein- und Großaktionäre rasch steigende Gewinne, lobten aber seinen Sanierungskurs. Die beantragten Sonderprüfungen bei Smart und der ebenfalls Verluste schreibenden Luxusmarke Maybach wurden von den Anteilseignern mit überwältiger Mehrheit abgelehnt.

Zetsche warb auf seiner ersten Hauptversammlung als Konzernchef für seinen Kurs, der einen drastischen Stellenabbau und Kostensenkungen vorsieht und das Ergebnis bis ins nächste Jahr hinein mit Milliardenbeträgen belasten wird. „Ich bin sicher, dass der Stern bald wieder ganz hell strahlen wird“, sagte der frühere Chrysler-Chef. Dazu könnte auch der weitere Rückzug aus dem Engagement in der Luft- und Raumfahrt beitragen. Die lukrative Beteiligung an EADS könnte sich in den kommenden Jahren auf bis zu 15 Prozent halbieren, nachdem der Autobauer bereits 7,5 Prozent für einen Milliardenerlös verkauft und seinen Anteil auf 22,5 Prozent abgeschmolzen hat.

Vertreter von Investmentfonds forderten, dass die Sanierung der verlustreichen Nobelmarke Mercedes und der Kleinwagenmarke Smart bald Früchte tragen müsse. Zetsche wollte sich aber nicht auf neue Renditeziele festlegen. Er bekräftigte nur das bereits vor einem Jahr ausgegebene Ziel, bei der in die Verlustzone abgerutschten Mercedes-Gruppe 2007 7 Prozent Umsatzrendite zu erreichen.

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