Hauptversammlung
Arcelor-Aktionäre machen Weg für Fusion mit Mittal frei

Die Aktionäre des Stahlkonzerns Arcelor haben mit der Ablehnung der Offerte der russischen Severstal am Freitag den Weg für die Fusion mit Mittal Steel freigemacht.

HB LUXEMBURG. Nach der Kehrtwende des Arcelor-Managements vom vergangenen Wochenende schlossen sich auf einer Hauptversammlung knapp 58 Prozent des Kapitals der neuen Strategie an, wonach der Luxemburger Konzern nun doch mit Branchenprimus Mittal den mit Abstand größten Stahlkonzern der Welt schmieden soll. Arcelor hatte monatelang erbittert gegen das Werben des britisch-indischen Konzerns gekämpft und sich dabei zwischenzeitlich für einen Zusammenschluss mit Severstal ausgesprochen. Severstal bestätigte am Abend, das Gebot für Arcelor sei beendet. Nichtsdestotrotz werde man auch künftig Möglichkeiten zur Expansion prüfen. Ein Händler einer US-Bank spekulierte, dass ThyssenKrupp und Corus nun von Severstal als Übernahmekandidaten ins Visier genommen werden könnten.

Nach der Absage an die Russen kann Mittal seine knapp 25 Milliarden Euro schwere Offerte vorantreiben. „Ich sehe ein, dass die Lage für Sie verwirrend gewesen sein muss und ich schulde Ihnen eine Erklärung“, sagte der Vorsitzende des Arcelor-Direktoriums, Joseph Kinsch, zu Beginn der Hauptversammlung vor den Aktionären. Er beharrte darauf, dass eine Fusion mit Severstal strategisch sinnvoll gewesen wäre. Mittal hatte sein Angebot zuletzt nochmal nachgebessert und damit Severstal-Chef Alexej Mordaschow in die Schranken gewiesen. Kinsch wies Vorwürfe zurück, er habe Severstal missbraucht, um Mittal zu einem verbesserten Angebot zu drängen.

„Ich wünsche Alexej Mordaschow und Severstal alles Gute und hoffe, dass wir Partner bleiben“, sagte Kinsch.

Mit der Fusion zwischen Arcelor und Mittal soll ein Konzern entstehen, der auf eine Jahresproduktion von rund 100 Millionen Tonnen Stahl kommt und somit knapp ein Zehntel der Weltjahresproduktion. Mittal erzeugte zuletzt knapp 50 Millionen Tonnen pro Jahr, Arcelor 46,65 Millionen Tonnen. An dritter Stelle steht Nippon Steel mit 32,9 Millionen Tonnen.

Die Stahlbranche befindet sich seit geraumer Zeit vor allem durch die starke Nachfrage aus China und Indien in einer kräftigen Aufschwungphase. Zugleich ist die Branche von einer Übernahmewelle erfasst, die Mittal mit angestoßen hatte. Der Inder Lakshmi Mittal, Gründer und Vorstandschef des gleichnamigen Konzerns, betonte immer wieder, sowohl sein Unternehmen als auch Arcelor hätten sich an die Spitze dieses Konsolidierungsprozesses gesetzt und hätten die gleiche Vision der Zukunft der Branche. Ein Zusammenschluss biete beiden Unternehmen ungeahnte Chancen. Im Interview mit Reuters sagte Lakshmi Mittal am Freitag, die Zeichen stünden weiter auf Expansion, insbesondere in China und Indien.

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