Hauptversammlung
Aus Porsche wird VW

Den Übernahmekampf mit Porsche hat Volkswagen gewonnen - von der Fusion ist bislang aber wenig zu sehen. VW-Chef Winterkorn muss auf der Porsche-Hauptversammlung für neue Begeisterung sorgen.
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StuttgartPorsche und Volkswagen wollen sich trotz zahlreicher ungelöster Probleme nicht von ihrem Weg in eine gemeinsame Zukunft abbringen lassen. „Das Vertrauen zwischen Porsche und Volkswagen ist groß und der Teamgeist stimmt“, sagte Porsche-SE-Chef Martin Winterkorn am Freitag bei der Hauptversammlung in Stuttgart. „Unser klares gemeinsames Ziel ist die Verschmelzung“, bekräftigte Winterkorn. Schon jetzt arbeiteten die beiden Unternehmen etwa bei Einkauf und Entwicklung zusammen. Jährlich sparten Volkswagen und Porsche durch die Synergien zusammen etwa 700 Millionen Euro.

„Wir wachsen Stück für Stück zusammen“, konstatierte Winterkorn. Der Zeitpunkt für die enge Zusammenarbeit könne kaum günstiger sein, sagte er. „Die Weltwirtschaft wächst, die Verbraucher haben wieder Vertrauen gefasst.“ Das merken nicht zuletzt VW und Porsche. Porsche steigerte seinen Absatz im Mai vor allem dank der Nachfrage in China um mehr als zwei Drittel. In den ersten fünf Monaten des Jahres erzielte Porsche ein Plus von 38,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Bei VW wuchs der Absatz zwischen Januar und Mai auf 3,37 Millionen Fahrzeuge, fast 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit sind die Wolfsburger auf Rekordkurs.

Kein Termin für die Verschmelzung

Doch wann die beiden Autohersteller zusammengehen, ist noch offen. Avisiert war eigentlich dieses Jahr. Durch die erfolgreiche Kapitalerhöhung in Höhe von 4,9 Milliarden Euro im April hat sich laut Winterkorn die Netto-Verschuldung von Porsche deutlich verbessert - ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zur Verschmelzung. Sie liege inzwischen bei unter 1,5 Milliarden Euro. Zwischenzeitlich plagte Porsche ein Schuldenberg von rund neun Milliarden Euro, der sich in der Finanzkrise durch die geplatzte Übernahme des VW-Konzerns angehäuft hatte.

Für Mitte Dezember 2011 wurde eine außerordentliche Hauptversammlung terminiert, auf der die Aktionäre über die Verschmelzung abstimmen sollen - und an dieser wird offiziell zumindest noch festgehalten, sagte der Finanzchef der Porsche SE, Hans Dieter Pötsch, auf der Hauptversammlung. Eine Klärung der offenen Fragen sei möglich, einen Termin nannte er jedoch nicht. Die noch für dieses Jahr anvisierte Verschmelzung könne aber auch noch ab dem kommenden Jahr gelingen, fügte Pötsch hinzu.

Das Landgericht Stuttgart habe auf Antrag von Porsche die Wirtschaftsprüfung Rölfs RP als Verschmelzungsprüfer bestellt. „Wir bereiten alles nötige für die anvisierte Verschmelzung vor“, sagte Pötsch. Der Aufsichtsrat habe „zur aktiven Begleitung“ der Verschmelzung einen Verschmelzungsausschuss gebildet.

Porsche und VW hatten sich nach dem gescheiterten Übernahmeversuch der Stuttgarter Mitte 2009 auf eine Fusion beider Konzerne verständigt. Dieser Verschmelzung stehen aber noch einige juristische und steuerliche Hürden im Weg. So sind gegen Porsche wegen angeblicher Kapitalmarktmanipulationen Schadenersatzklagen in den USA anhängig sind. Gegen die früheren Porsche-Manager Wendelin Wiedeking und Holger Härter ermittelt zudem die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ebenfalls wegen möglicher Verstöße gegen Kapitalmarktregeln.

Darüber hinaus könnten bei einer baldigen Fusion hohe Steuerzahlungen anfallen, an einem klärenden Anwendungserlass zum Umwandlungsgesetz wird von den Steuerbehörden gearbeitet. Bisher liege ein erster Entwurf dazu vor, sagte Porsche-Finanzchef Pötsch, der in gleicher Funktion auch bei VW tätig ist. „Eine abschließende Beurteilung des Entwurfs kann derzeit noch nicht erfolgen“, sagte der Manager. „Wir sind aber zuversichtlich, in einem überschaubaren Zeitraum zu einer erfolgreichen Klärung der Steuerfragen kommen zu können“, fügte Pötsch hinzu.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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  • Aus Edelkarosse wird Massenprodukt

    Man waren das Zeiten als Porsche noch was besonderes war.

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