Hauptversammlung bei Daimler-Chrysler
"Geduld der Aktionäre ist erschöpft"

Sprecher großer Investmentfonds-Gesellschaften haben Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Berlin heftig kritisiert.

HB DÜSSELDORF. Die Fondsgesellschaft Union Investment kritisierte vor allem die Wertentwicklung der Aktie. Fondsmanager Thomas Meier prangerte in dem Zusammenhang die wenig überzeugenden operativen Ergebnisse an. Die Probleme bei Smart und Mercedes-Benz deuteten auf erhebliche Managementfehler hin. Meier wiederholte frühere Aussagen, wonach sich die Fondsgesellschaft bei der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat der Stimme enthalten wolle. Die Union Invest hält derzeit 15 Mill. Aktien im Wert von 500 Mill. Euro.

Klaus Kaldemorgen von der Deutschen- Bank-Tochtergesellschaft DWS sagte, die Geduld der Aktionäre sei erschöpft. Das milliardenteure Sanierungsprogramm für die defizitäre Kleinwagenmarke Smart eine Bankrotterklärung, betonte Kaldemorgen. Die MCG werde 2005 tief in die Verlustzone geraten, prophezeite der Fonds-Manager. Die Kontrollinstanzen im Konzern seien mangelhaft. Zur Lage bei Mercedes-Benz sagte Kaldemorgen: „Jetzt geht es ans Eingemachte.“ Der Wert der Marke Mercedes sei leichtfertig aufs Spiel gesetzt worden.

Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp hat vor den Aktionären des Autokonzerns große Probleme im Unternehmen eingeräumt. Auf der Hauptversammlung in Berlin sagte er am Mittwoch, die Entwicklung beim Kleinwagen Smart sei „total inakzeptabel“. Die Qualitätsprobleme bei Mercedes-Benz müssten umfassend und kulant und so schnell wie möglich in Ordnung gebracht werden. Die hohen Aufwendungen dafür seien eine „Investition in unser wertvollstes Gut, die Marke Mercedes-Benz“. Der Absatz der Pkw-Sparte von Mercedes ist laut Schrempp im März stabil geblieben. "Bei Mercedes-Benz gehen wir im März von einem Absatz auf dem Niveau des Vorjahres aus“, sagte er. Rund 100 000 Mercedes, Smart und Maybach seien abgesetzt worden. Im Gesamtjahr 2005 sei mit einem leichten Absatzplus zum Vorjahr zu rechen, bekräftigte Schrempp frühere Prognosen des Unternehmens.

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