Hauptversammlung: Daimler blickt skeptisch aufs Jahr

Hauptversammlung
Daimler blickt skeptisch aufs Jahr

Die Mitarbeiter hatten fast Dieter Zetsches Vertragsverlängerung als Daimler-Chef verhindert. Heute stellt sich auf der Hauptversammlung die Frage: Wie urteilen die Aktionäre über ihn und den Konzern? Das Geschäft lahmt.
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BerlinDer Autobauer Daimler stellt seine Ziele für das laufende Jahr auf den Prüfstand. „Aus den Märkten ist in den kommenden Monaten wenig Rückenwind zu erwarten“, teilte der Dax-Konzern am Mittwoch vor Beginn der Hauptversammlung in Berlin mit. „Daimler wird daher seine marktbezogenen Annahmen für das laufende Jahr überprüfen und sich bei der Berichterstattung für das erste Quartal zu den Markt- und Ergebnis-Erwartungen für den Konzern und die Geschäftsfelder äußern.“ Viele Absatzmärkte hätten sich zum Anfang des Jahres schlechter entwickelt als erwartet. Vor allem auf Europa treffe dies zu – sowohl bei Pkw als auch der bedeutenden Lkw-Sparte Daimlers.

Konzernchef Dieter Zetsche hatte bereits die Ziele für 2012 auf breiter Front kappen müssen. Anfang Februar hatte er angekündigt, 2013 beim operativen Ergebnis nicht vom Fleck zu kommen. In der Autosparte erwartet er sogar einen Rückgang. „Wir sind Daimler. Wir wollen nicht nur besser werden. Wir wollen die Konkurrenz schlagen – dauerhaft“, heißt es in Zetsches Redemanuskript.

In den vergangenen Jahren war das Unternehmen gegenüber den beiden ärgsten Rivalen BMW und der Volkswagen-Tochter Audi ins Hintertreffen geraten. Spätestens im Jahr 2020 will Daimler die Rivalen beim Absatz wieder abhängen und ab 2015 jährlich mindestens 1,6 Millionen Mercedes-Pkw pro Jahr verkaufen.

Gegensteuern soll ein Spar- und Effizienzprogramm, mit dem der Konzern bis Ende 2014 insgesamt rund vier Milliarden Euro sparen will. Einen Schub erhofft sich der Autobauer zudem von neuen Modellen wie der A- und E-Klasse. Besserung erwartet Zetsche vor allem in der zweiten Jahreshälfte

„Was unsere Geschäftsentwicklung betrifft, rechnen wir dank der Verfügbarkeit wichtiger neuer Produkte und laufender Effizienzprogramme für das zweite Halbjahr mit Ergebnissen, die über dem Niveau der ersten Jahreshälfte liegen“, sagte der Konzernchef. Beim Pkw-Absatz rechnet er trotz „eines schwierigen ersten Quartals“ für das Gesamtjahr mit einem neuerlichen Wachstum. 2012 hatte Daimler einen Rekordwert eingefahren.

Zetsches Vertrag war vor wenigen Wochen unerwartet nur um drei statt fünf Jahre verlängert worden. Vor allem die Mitarbeitervertreter hatten sich gegen Zetsche ausgesprochen. Ihr Vorwurf: Zu wenig Kommunikation mit der Belegschaft über Sparprogramme. Der Beschluss zur dreijährigen Vertragsverlängerung erfolgte letztlich aber einstimmig im Aufsichtsrat des Stuttgarter Konzerns.

Zum Handelsauftakt gab die Daimler-Aktie am Mittwoch bis zu 1,5 Prozent auf 40,25 Euro nach. Der Konzern ist an der Börse derzeit etwa 43 Milliarden Euro wert. Die Dividende in Höhe von 2,20 Euro wird am Donnerstag den Aktionären gutgeschrieben.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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  • Jaguar-Fahrer, ich finde Ihre Idee nicht gut. Damit würde Daimler sich und Opel schaden.

    Daimler waren Imagefahrzeuge mit praktischen Eigenschaften. Heute sieht das anders aus. Life-Style wohin das Auge blickt. Wer für den Gepäckraumboden Kirschholzfurnier mit einem Preis von 4000 € anbietet, wird nur Unverständnis ernten - vor allem bei den praktischdenkenden Deutschen. Kein einziger Mercedes weist heute alte Tugenden auf - bis auf die E-Klasse vielleicht.

    Mit der A-Klasse wollte Daimler in das Kompaktwagensegment einsteigen. Kompaktwagen werden aber meist von nicht gerade wohlhabenden Menschen gekauft, sondern eher vom Mittelstand. Der Preis einer guten A-Klasse liegt aber schon auf C-Klaase Niveau.
    Einen VW Golf kauft man als ersten Wagen, weil er praktisch ist und für 5 Personen Platz bietet. Ene A-Klasse hingegen taugt aufgrund der beengten Raumverhältnisse nur als Zweitwagen. Jeder kann sich daher ganz einfach ausrechnen, das Daimler nie so viele A-Klassen verkaufen wird, wie VW seinen Golf.

    Ich wohne 30 km von Stuttgart entfernt, und mir weint das Herz, wenn ich diese Überheblichkeit und Arroganz der Daimler-Leute sehe. Der Bürger will und kann sich eure teuren, langweiligen und unpraktischen Fahrzeuge nicht kaufen. Wer heute Autos verkaufen will, darf nicht nur Autos für Ärzte, Anwälte und Manager bauen. Der muss auch mal auf dem Boden bleiben und für das Volk Autos bauen.

    BMW > Mini, 1er
    Audi > A1, A3
    VW > Up, Polo
    Opel > Adam, Corsa

  • Eist ein großer Fehler, wenn die Daiml der AG, die besser wieder Daimler-Benz heißen sollte (ein weiterer, kapitaler Fehler der Geschäftsführung), sich überhaupt an BMW und Audi mißt. Schon gar nicht an den Verkaufszahlen. Daimler-Benz hätte besser daran getan, die eigene Einzigartigkeit weiterzuentwicklen (in den 70ern stand Daimler-Benz näher an Rolls-Royce als an Audi!) und ggf. Opel zu kaufen, wenn schon Massenprodukte verkauft werden sollen. Der gute Stern auf allen Straßen ist mittlerweile zu großen Teilen ein beliebiges Durchschnittsprodukt geworden, welches sich nicht nur mit BMW und Audi, sondern sogar schon mit VW messen lassen muß. Dies führt direkt in den Untergang. Eine Kehrtwende gibt es also nur, wenn sich Daimler auf die Produktion von Pkw ab der E-Klasse aufwärts beschränkt (und oben noch einen guten Pullman drauflegt) und "unten" nach dem Zukauf des jetzt auch billigen Opelwerkes die Daimler-Billigprodukte wie A, B und C-Klasse dort unter anderem Namen und mit anderem Design weiterproduzieren läßt. Wieso sieht dies eigentlich im Hause Daimler niemand?

  • davon träumt er


    Von Christiane Hoffmann

    Es ist eine neue, eine überraschende Liebe! Eine, die Hoffnung stiftet.

    Daimler-Boss Dieter Zetsche (59) und TV-Star Désirée Nosbusch (48) sind ein Paar, wie die „Schweizer Illustrierte“ berichtet.

    Knapp drei Jahre nach dem Tode seiner Ehefrau Gisela († 59) hat der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Chef von über 270 000 Mitarbeitern, ein neues Glück gefunden.

    Eine frische, zarte Beziehung. Eine, die gerade erst beginnt zu wachsen.

    Wann funkte es zwischen dem Mann mit dem grauen Schnurrbart und der Schauspielerin?

    Erst kürzlich. Freunde sollen sie einander vorgestellt haben. Reden möchten beide nicht über ihre frische Liebe. Müssen sie auch nicht. Bilder sagen manchmal mehr als blumige Worte.

    Vor drei Tagen, beim „CSI Zürich“, dem größten Springreitturnier Europas, gab es die ersten Signale für die Öffentlichkeit: Zetsche und Nosbusch wichen sich nicht von der Seite. Keine Sekunde.

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