Hauptversammlung Daimler-Chrysler
Zetsche macht Aktionären Hoffnung

In Berlin läuft die Hauptversammlung von Daimler-Chrysler an. Die Aktionäre warten auf klare Aussagen, was mit der defizitären US-Tochter Chrysler geschehen soll. Kommt der Verkauf? Konzernchef Dieter Zetsche bestätigte, mit Interessenten in Verhandlungen getreten zu sein: „Alles läuft nach Plan.“ Nur Aufsichtsratschef Hilmar Kopper stört die Idylle.

HB BERLIN. Unmittelbar vor Beginn der Hauptversammlung erklärte Zetsche am Mittwoch, „dass wir mit einigen der potenziellen Partner, die klares Interesse bekundet haben, Gespräche führen“. Zetsche nannte keine Details und betonte, „dass wir alle Optionen offen halten müssen“.

Nach dem Milliardenverlust des US-Autoherstellers im Jahr 2006 hatte der Vorstandsvorsitzende erklärt, alle Optionen bei Chrysler zu prüfen. Dabei hatte das Management ausdrücklich weder einen Komplettverkauf, noch eine Abspaltung mit einer Minderheitsbeteiligung noch ein Verbleiben im Konzern ausgeschlossen.

Das Management benötige größtmöglichen Handlungsspielraum, um die beste Lösung zu finden, betonte Zetsche laut Redetext. Er nannte mehrere Kriterien für die anstehenden Entscheidungen zur Zukunft des Verlustbringers Chrysler, der vor neun Jahren mit dem Stuttgarter Konzern fusioniert war. So wolle das Management die Finanzkraft und den Wert des Unternehmens nachhaltig steigern, das Chryslers wettbewerbsfähig und profitabel machen und „die bestmögliche Option für alle Mitarbeiter finden“. Abschließend fügte er hinzu: „Mit dem Prozess bin ich bislang zufrieden. Alles läuft nach Plan.“

Diese Aussagen dürften den Aktienkurs von Daimler weiter in die Höhe treiben, empfinden die Aktionäre Chrysler doch als Belastung für den Konzern. Als Interessenten für Chrysler gelten die Finanzinvestoren Blackstone und Cerberus sowie der kanadische Zulieferer Magna International. Die US-Tageszeitung „Detroit News“ berichtete am Mittwoch, alle drei hätten Kaufofferten für Chrysler abgegeben. Der Mutterkonzern wolle bis Ende April einen Bieter als exklusiven Verhandlungspartner auswählen und hoffe auf einen Preis von rund 8 Mrd. Dollar.

Zetsche bilanzierte, Chrysler sei durch Fortschritte bei der Produktivität, Kostensenkung und Qualitätsverbesserung strukturell besser aufgestellt als seine amerikanischen Wettbewerber. Bis 2009 werde die Modelloffensive mit 20 weiteren neuen Fahrzeugen fortgesetzt, „darunter auch eine Reihe sehr wirtschaftliche Fahrzeuge“. Unter Zetsches Regie als früherer Chef der US-Sparte wurde bei Chrysler ein harter Sanierungskurs gefahren, in dessen Verlauf mehrere Werke geschlossen und zehntausende Stellen abgebaut wurden.

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