Hauptversammlung des verlustreichen Fernsehgeräte-Herstellers
Loewe-Chef ist sich keiner Schuld bewusst

Der Fernsehgeräte-Hersteller Loewe gibt sich optimistisch. Die finanzielle Talsohle sei durchschritten und das Unternehmen jetzt fit für das Zeitalter der Flachbildschirme. Verpasst habe man die neue Technik keineswegs, erwiderte Loewe-Chef Rainer Hecker auf entsprechende Kritik.

HB MÜNCHEN. Hecker verteidigte die Strategie des verlustreichen Fernsehgeräte-Herstellers auf der Hauptversammlung am Donnerstag in München. Der Vorstandsvorsitzende räumte zwar ein: „Loewe hat im stark wachsenden Markt für Flachdisplaygeräte noch keine ausreichende Marktbedeutung erreicht.“ Der Konzern habe die Entwicklung aber keinesfalls verschlafen. Vielmehr habe die gesamte Branche den „dramatischen Einfluss der Flachdisplay-Technologie auf den Premiumfernsehmarkt unterschätzt“.

Das Geschäft mit hochpreisigen Bildröhrenfernsehern sei 2003/2004 in der gesamten Branche stark eingebrochen, der Umsatz mit Flachbildschirmen erst mit Verzögerung entsprechend gestiegen. Als Folge sei der für Loewe relevante Markt in besagtem Zeitraum um 40 Prozent eingebrochen. Dem habe man sich nicht entziehen können. Jetzt habe Loewe aber eine attraktive Produktpalette.

Die Aktionäre zeigten sich erleichtert, dass das Unternehmen durch das Bündnis mit dem japanischen Sharp-Konzern finanziell auf solideren Beinen steht. „Wir leben noch. Im letzten Jahr waren wir alle sehr skeptisch“, sagte Harald Petersen von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger.

Die Anteilseigner befürchten aber, dass das Bündnis mit dem japanischen Sharp-Konzern der Premium- Marke Loewe schaden könnte. Wenn Loewe künftig im Kronacher Werk auch etwas günstigere Sharp-Fernseher herstelle, könnten sich die Kunden gleich dafür statt für Loewe-Produkte entscheiden. Technik-Vorstand Gerhard Schaas entgegnete: „Loewe-Fernseher werden sich auch in Zukunft in der Wertigkeit von Sharp-Fernsehern unterscheiden.“

Loewe hatte im vergangenen Jahr erneut einen Verlust von mehr als 29 Millionen Euro gemacht. Sharp gab dem traditionsreichen Konzern eine Kapitalspritze und übernahm im Gegenzug 29 Prozent der Anteile. Eine Aufstockung der Beteiligung sei derzeit nicht geplant, sagte Hecker. Das Ziel eines ausgeglichenen Ergebnisses vor Steuern und Zinsen in diesem Jahr bekräftigte er.

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