Hauptversammlung Dialyse-Patienten sichern FMC-Zukunft

Fresenius Medical Care ist für die Zukunft nicht bange. Die Zahl der Dialyse-Patienten wächst - und beschert FMC ein gutes Geschäft. FMC-Chef Ben Lipps hinterlässt ein gut aufgestelltes Unternehmen.
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Fresenius Medical Care setzt auf das Geschäft mit der Dialyse. Quelle: dapd

Fresenius Medical Care setzt auf das Geschäft mit der Dialyse.

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FrankfurtImmer mehr Menschen werden dem Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) zufolge in den kommenden Jahren auf Blutwäsche angewiesen sein. Die Zahl der Dialyse-Patienten weltweit werde sich bis 2020 nahezu verdoppeln auf annähernd vier Millionen, sagte FMC-Chef Ben Lipps am Donnerstag bei der Hauptversammlung des Unternehmens in Frankfurt. Hauptursachen für Nierenversagen, was eine Blutwäsche durch Maschinen nötig macht, seien die Alterung der Bevölkerung und die Ausbreitung von Bluthochdruck und Diabetes-Erkrankungen.

Der weltgrößte Dialyseanbieter will angesichts der wachsenden Patientenzahlen die Kapazitäten in seinen Kliniken ausbauen und alternative Behandlungsformen vorantreiben - etwa die Dialyse über Nacht oder Zuhause. Auch Zukäufe stünden weiter auf der Agenda, sagte Finanzchef Michael Brosnan. Allerdings werde der Konzern für Übernahmen im kommenden Jahr vermutlich etwas weniger ausgeben als in diesem Jahr und 2011, als FMC sich Zukäufe Milliarden kosten ließ.

Mit der Reform am weltgrößten Dialysemarkts USA komme FMC immer besser zurecht, betonte FMC-Vize-Chef Rice Powell. Die US-Krankenversicherung Medicare rechnet Dialysebehandlungen seit 2011 pauschal ab. Seit Anfang diesen Jahres bezahlt Medicare dafür als Inflationsausgleich zwei Prozent mehr, was im ersten Quartal den Gewinn von FMC nach oben trieb.

In den kommenden Jahren wolle FMC seine Gewinnmargen steigern, kündigte Powell an.„Trotz der Diskussion über weitere Einsparungen im US-Gesundheitssystem gehen wird nicht davon aus, dass die Erstattung in Amerika in den nächsten Jahren gekürzt wird.“

Powell wird Ende des Jahres die Führung von FMC übernehmen, sein Vorgänger Lipps geht nach 27 Jahren im Unternehmen und zwölf Jahren als Vorstandschef in Ruhestand. Bei seiner letzten Hauptversammlung als FMC-Chef verabschiedeten rund 400 Aktionäre den 71-Jährigen mit minutenlangen Applaus. In seiner Zeit als Vorstandschef habe sich der Umsatz von FMC verdreifacht und der Gewinn versechsfacht, lobte Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). „Sie haben das Haus bestellt und übergeben es in hervorragendem Zustand.“

Aufsichtsratschef Gerd Krick hob Lipps bescheidene Art hervor und war den Tränen nahe, als er seine Abschiedsworte an den Amerikaner richtete. „Danke Ben für alles, was Sie für uns getan haben.“ Lipps Nachfolger Powell machte deutlich, dass er bei FMC den Kurs des ältesten Dax-Chefs fortsetzen will. „Wir brauchen keine radikalen Veränderungen.“

  • rtr
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