Hauptversammlung
EnBW-Chef kündigt Milliarden Investitionen an

EnBW hat einen Verlust von fast 900 Millionen Euro eingefahren, will aber vier Milliarden Euro investieren. Großaktionäre sollen das nötige Geld bereitstellen: das Land Baden-Württemberg und der Zweckverband OEW.
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KarlsruheMit Investitionen von rund vier Milliarden Euro nimmt der Energiekonzern EnBW Kurs auf die Energiewende. Die Hälfte der Summe soll in Wachstumsprojekte, vor allem erneuerbare Energien, gesteckt werden, kündigte der scheidende Chef Hans-Peter Villis am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Karlsruhe an. „Die EnBW bekennt sich mit diesem Investitionsprogramm ausdrücklich zur Energiewende.“ Der Konzern musste mit dem Atomausstieg zwei seiner vier Atomkraftwerke vom Netz nehmen und hat in der Folge einen Verlust von 870 Millionen Euro eingefahren. „Das war kein einfaches Jahr.“

Das Geld für die Investitionen bekommt Villis unter anderem mit einer Kapitalerhöhung von 800 Millionen Euro von den Großaktionären, dem Land Baden-Württemberg und dem Zweckverband OEW. Sie wurde am Abend von der Hauptversammlung beschlossen, gemeinsam mit der Dividendenzahlung von 85 Cent je Aktie. Damit schüttet die EnBW trotz der angespannten Finanzlage rund 207 Millionen Euro aus.

Weitere Geldquellen sind zwei Anleihen in Höhe von insgesamt einer Milliarde Euro, die der Konzern vor wenigen Monaten platziert hat. Ein Programm zur Effizienzsteigerung soll zudem spätestens ab 2014 jährlich 750 Millionen Euro einsparen. Bis Ende 2011 seien davon bereits 190 Millionen Euro realisiert worden. Außerdem haben Verkäufe etwa 500 Millionen Euro in die Kasse gespült. Die EnBW plant, sich von weiteren Beteiligungen zu trennen, um nochmals eine Milliarde Euro einzunehmen.

Villis sieht das Unternehmen im Vergleich zu anderen Energiekonzernen gut auf die Energiewende vorbereitet. „Wir fangen keinesfalls bei Null an“, sagte er im Blick auf den ersten kommerziellen Offshore-Windpark Baltic 1 in der Ostsee. Bis 2020 werde die EnBW den Anteil der Erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen allein in Deutschland um weitere 3000 Megawatt erhöhen und damit mehr als verdoppeln. Villis warnte aber auch: „Es ist absolut naiv zu glauben, dass die Energiewende ein Selbstläufer ist.“

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