Hauptversammlung
Ersol macht Aktionäre glücklich

Erst schießt der Aktienkurs um mehr als 60 Prozent nach oben, jetzt will der Solarzellenhersteller Ersol seinen Aktionären wohl auch noch eine Dividende ausschütten. Und damit nicht genug: Auch die Prognosen können sich sehen lassen.

HB DÜSSELDORF. Der vor der Übernahme durch den Autozulieferer Robert Bosch stehende Solarzellenhersteller Ersol hat die Zahlung einer Dividende in Aussicht gestellt. "Wir erwarten für 2008 und 2009 zwei Rekordernten in der Unternehmensgeschichte", sagte Finanzvorstand Ekhard von Dewitz am Dienstag auf der Hauptversammlung in Erfurt. "Eine Dividende sollte frühestens erstmals 2009 zur Ausschüttung kommen."

Bislang hatte der Vorstand eine Dividendenzahlung bis mindestens 2010 ausgeschlossen. Ersol plant in den kommenden vier Jahren Investitionen von 500 Millionen Euro. Früheren Angaben zufolge sollte die Summe aus eigener Kraft gestemmt werden. Der Vorstand will sich aber nun von den Aktionären vorsorglich Wandelschuldverschreibungen von bis zu 350 Millionen Euro genehmigen lassen, die möglicherweise zur Finanzierung der Expansion benötigt werden.

Bei seinen Expansionsplänen kann sich Ersol dabei auf ein dickes Auftragspolster stützen. Der Auftragsbestand liege derzeit bei "weit über drei Milliarden Euro", sagte der Vorstandsvorsitzende Claus Beneking. Er bekräftigte das Ziel, mit Investitionen von etwa 500 Millionen Euro bis Ende 2012 die Produktionskapazität zu erhöhen. In diesem Zeitraum seien schon jetzt 60 bis 70 Prozent der Produktion verkauft. Bosch sei ein "exzellenter Partner".

Im laufenden Jahr peilt Ersol eine Umsatzverdoppelung auf 300 bis 320 Millionen Euro an. Der operative Gewinn (Ebit) soll 70 bis 80 Millionen Euro erreichen nach 35 Millionen im Vorjahr. Für 2009 kündigte der Vorstand einen Umsatzanstieg auf 420 bis 440 Millionen Euro an und ein Ebit von 90 bis 100 Millionen Euro. Am Montag hatte Bosch angekündigt, die Erfurter Firma für rund 1,1 Milliarden Euro - 101 Euro je Aktie - übernehmen zu wollen.

Nach der Ankündigung waren die Ersol-Aktie um mehr als 60 Prozent auf über 100 Euro in die Höhe geschossen. Auch am Dienstag lag der Aktienkurs knapp unter dem angekündigten Kaufpreis von 101 Euro. Ersol gab zudem bekannt, mit der Ralos Vertriebs GmbH einen Modulliefervertrag geschlossen zu haben. Über einen Zeitraum von drei Jahre werde Ersol amorphe Dünnschicht-Module mit einer Kapazität von 40 Megawattpeak an das Solarvertriebsunternehmen liefern. Zum Auftragsvolumen wurden keine Angaben gemacht.

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