Hauptversammlung genehmigt Umzug nach Bochum
MG wird umbenannt in Gea Group

Ruhig, sachlich und völlig emotionslos ist gestern in Frankfurt die letzte Hauptversammlung der MG Technologies AG über die Bühne gegangen. Ohne spürbaren Abschiedsschmerz stimmten die Aktionäre der Umbenennung des Unternehmens in Gea Group AG und der Verlegung des Firmensitzes an den Gea-Standort Bochum zu.

HB/wb FRANKFURT/M. Nicht einmal das Reizthema der raschen Chef-Wechsel mit beachtlichen Abfindungssummen vermochte die Gemüter zu erhitzen. Dass eineinhalb Jahre, nachdem der MG-Sanierer Kajo Neukirchen der Konfrontation mit Großaktionär Otto Happel gewichen war, im Herbst 2004 auch sein Nachfolger Udo G. Stark im Streit mit Happel ausschied, führte lediglich zu einer Reihe von Fragen.

Die Frage nach der Abfindung wurde vom Aufsichtsrats-Chef Jürgen Heraeus beantwortet. Stark erhielt für die Rest-Laufzeit seines Fünf-Jahres-Vertrags, von dem er fünfzehn Monate abgearbeitet hatte, die verbleibenden Festbezüge sowie die anteiligen Tantiemen für 2004, zusammen 6,4 Mill. Euro. Insgesamt kostete die lebhafte Fluktuation im MG-Vorstand der vergangenen zwei Jahre 20 Mill. Euro an Abfindungen. Eine weitere Million wurde 2004 für Beratungskosten in der Auseinandersetzung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat fällig.

Mehrere Aktionärssprecher fragten denn auch, ob womöglich der Aufsichtsrat Fehler gemacht habe. Heraeus schlichte Antwort: „Nein. Der Aufsichtsrat hat seine Aufgaben in verantwortungsvoller Weise wahrgenommen.“ Allerdings: Stark-Nachfolger Jürg Oleas hat zum Start nur noch einen Drei-Jahres-Vertrag bekommen, auf eigenen Wunsch, wie Heraeus unterstrich.

Seine Position zu der heftigen Kontroverse, in der der MG-Vorstand unter Stark seinen Großaktionär Happel (knapp 21 Prozent vom MG-Kapital) wegen unzulässiger Einmischung ins Tagesgeschäft aus dem Aufsichtsrat abberufen lassen wellte, hatte Jürgen Heraeus bereits vorab artikuliert. „In dieser Auseinandersetzung zeigt sich ein Missverständnis über die Aufgabenverteilung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat“, sagte er. Der Vorstand sei zwar dazu berufen, die Geschäfte der Gesellschaft frei von Weisungen durch den Aufsichtsrat zu führen. Aber der Aufsichtsrat sei im Unternehmen nicht nach Art eines Nachtwächters auf die Rolle des passiven Zuschauers beschränkt, sondern habe eine aktive Aufgabe im Führungssystem der AG zu erfüllen.

Trotz einiger Widrigkeiten im bisherigen Jahresverlauf hielt Vorstands-Chef Jürg Oleas auch in der Hauptversammlung an seinem Ziel fest, in diesem Jahr eine Brutto-Umsatzrendite von vier Prozent zu erreichen und sie „mittelfristig“ auf fünf Prozent zu steigern. Die drei Buchstaben Gea sollen künftig für Global Engineering Alliance stehen, nicht mehr, wie seit der Gründung 1920, für Gesellschaft für Entstaubungsanlagen.

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