Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche hat die Aktionäre des Stuttgarter Autokonzerns auf den neuen Firmennamen „Daimler AG“ eingeschworen. Zuvor hatte die Namensänderung bei den Traditionalisten für Wirbel gesorgt – vielen fehlte der Hinweis auf Autopionier Carl Benz. Jetzt wurde bekannt, was sich der Konzern den neuen alten Namen hat kosten lassen.
Lkw-Fertigung im Daimler-Werk Wörth. Die LKW-Sparte des Unternehmens soll künftig "Daimler Trucks" heißen. Foto: ap
HB BERLIN. Der Autobauer DaimlerChrysler hat die Trennung von seiner US-Tochter Chrysler nun auch namensrechtlich vollzogen. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung des Unternehmens am Donnerstag in Berlin stimmten die Aktionäre mit 98,76 Prozent dem Antrag von Vorstand und Aufsichtsrat zu, das Unternehmen in Daimler AG umzubenennen. Hintergrund ist der Verkauf der Chrysler-Mehrheit von 80,1 Prozent an den Finanzinvestor Cerberus im August dieses Jahres.
Nach Abschluss der Abstimmung stellten die Stuttgarter auch das neue Firmenlogo vor. Von diesem Freitag an soll dann damit begonnen werden, die Schilder an den deutschen Werken des Konzerns auszutauschen. Den gesamten logistischen Aufwand für das Projekt „Name Change“ der auch den Austausch von Arbeits-Overalls, T-Shirts, Briefpapier und Visitenkarten sowie des Internetauftritts umfasst, bezifferte das Unternehmen auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.
Zuvor hatte die geplante Namensänderung allerdings für viel Wirbel gesorgt: Kritiker vermissten den Namen von Autopionier Karl Benz im neuen Firmennamen. Die Marke Mercedes-Benz werde auch in Zukunft das Herzstück des Unternehmens bleiben, sagte Zetsche. „Der stolze Name Benz wird daher nicht nur prominent bleiben, er wird sogar deutlich prominenter werden.“ Als Zugeständnis an die Traditionalisten sollen die bisherigen Daimler-Werke in Mercedes-Benz-Werke umbenannt werden.
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Ändern sollen sich auch die Namen der einzelnen Geschäftsbereiche: So soll die Pkw-Sparte künftig „Mercedes-Benz Cars“, die Lkw-Sparte „Daimler Trucks“ und die Bus-Sparte „Daimler Buses“ heißen.
Durch die Umbenennung gebe es künftig eine klare Unterscheidung zwischen der Konzernmarke Daimler und den verschiedenen Produkten des Konzerns, erklärte Zetsche. Überall dort, wo der Konzern als Ganzes auftrete, wolle das Unternehmen konsequent als Daimler auftreten. Wenn es um Produkte einer Marke geht, werde der entsprechende Markenname verwendet.
Neun Jahre nach der „Hochzeit im Himmel“ zwischen Daimler und Chrysler hatten die beiden Partner im Mai einen Schlussstrich unter ihre zerrüttete Beziehung gezogen. Der Autokonzern verkaufte gut 80 Prozent an Chrysler an den Finanzinvestor Cerberus. Konzernchef Dieter Zetsche, der die US-Sparte einst geführt und saniert hatte, will mit dem neuen Namen nun ein neues Kapitel in der Unternehmensgeschichte aufschlagen.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Was den Konzern die Nutzungsrechte für den Namen gekostet haben.
Vor rund 6000 Aktionären verteidigte Zetsche den neuen Konzernnamen, an dem einigen Aktionären der Verweis auf Carl Benz abgeht. Die Firma des Autopioniers hatte 1926 mit dem Unternehmen von Gottlieb Daimler zur Daimler-Benz AG fusioniert. „Überall, wo der Konzern als Ganzes im Fokus steht, wollen wir konsequent als Daimler auftreten“, sagte Zetsche. „Wo es ganz überwiegend um Produkte der Marke Mercedes-Benz geht, wird der stolze Name Benz nicht nur prominent bleiben, er wird sogar deutlich prominenter werden.“ Dabei verwies er auf die Umbenennung der Pkw-Markengruppe und darauf, dass Werke und ausländische Niederlassungen künftig ebenfalls unter Mercedes-Benz firmieren werden.
Zetsche sagte, Daimler-Chrysler habe für die Nutzungsrechte des Namens Daimler 20 Mill. Dollar an Ford gezahlt. Der US-Konzern hatte den Markennamen für seine britische Tochter Jaguar genutzt. Weitere laufende Kosten für die Nutzung des Namens gebe es nicht, hieß es.
Unterdessen konnte der Konzernchef einen neuen Absatzrekord in der Daimler-Kernsparte Mercedes Car Group vermelden: Der Autobauer verkaufte 124 600 Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz, Maybach und Smart, gut sieben Prozent mehr als im Vorjahresmonat.
Zu den Zuwächsen trug ein Absatzplus von mehr als elf Prozent beim Zweisitzer Smart bei. Bei der wichtigsten Konzernmarke Mercedes-Benz erreichte der Autobauer - auch dank der neuen C-Klasse - mit einer Steigerung von sieben Prozent ebenfalls eine Rekordmarke. Besonders beliebt waren die Wagen in den USA, wo der Absatz um 13 Prozent zulegte. In den ersten drei Quartalen stiegen die Auslieferungen um knapp ein Prozent auf 942 300 Einheiten.
Auf der außerordentlichen Hauptversammlung in Berlin bekräftigte Konzernchef Dieter Zetsche die langfristigen Renditeziele. Die Pkw-Sparte soll spätestens ab 2010 eine Umsatzrendite von durchschnittlich zehn Prozent erwirtschaften. Die Lkw-Sparte soll dauerhaft eine Umsatzrendite von mindestens sieben Prozent erreichen und Bereich Daimler Financial Services eine Eigenkapitalrendite von mindestens 14 Prozent.
Zudem gab Zetsche bekannt, Daimler-Chrysler habe im Zuge seines Aktienrückkaufprogramms bereits 1,5 Prozent eigene Aktien gekauft. Per Ende September habe der Konzern über die Börse 15,8 Mill. eigenen Aktien für über eine Milliarde Euro erworben, bis August 2008 will der Autobauer rund zehn Prozent der eigenen Aktien zurückkaufen.

