Hauptversammlung
Heidelberger Druck setzt auf China

Die chinesische Druckindustrie boomt im Gleichklang mit dem Rest der Volkswirtschaft. Heidelberger Druck, der weltweite Branchenprimus, will sich nach Aussagen des Konzernchefs „von diesem Kuchen immer größere Stücke abschneiden“. Schon heute ist der Markt wichtig für die Heidelberger.

HB FRANKFURT. „China wird im kommenden Jahr noch vor den Vereinigten Staaten der weltweit größte Einzelmarkt für Druckmaschinen sein“, sagte Vorstandschef Bernhard Schreier auf der Hauptversammlung am Donnerstag in Mannheim. Bei hochwertigen Druckmaschinen komme der Konzern in China bereits auf einen Marktanteil von 40 Prozent. Mit dem zu Jahresbeginn eröffneten Werk in Schanghai will das Unternehmen nun auch zu weniger finanzkräftigen Kunden der Branche vordringen, die zuletzt um 18 Prozent wuchs. Bislang beliefert Heidelberger Druck 2 000 der insgesamt 100 000 chinesischen Druckereien – und macht damit 10 Prozent seines Umsatzes.

Vor dem Hintergrund starker Geschäfte in Asien und Europa rechnet Heidelberger Druck mit einer Steigerung des Umsatzes im Geschäftsjahr 2006/2007, das im März endet, um 5 Prozent. Die Umsatzrendite soll mit 10 Prozent das Rekordniveau vom Beginn des Jahrtausends erreichen, der Zeit vor der mittlerweile überwundenen Krise.

Das erste Quartal stimmt Schreier dabei optimistisch. „Unsere Erwartungen bezüglich der Entwicklung des Geschäftsvolumens als auch des Ertrags wurden bis heute erfüllt“, sagte er. Umsatz und Gewinn der ersten drei Monate lägen über dem Vorjahreszeitraum. „Wir fahren Sonderschichten“, erklärte Schreier. Bei der Montage von Großmaschinen sei der Konzern bis 2007 ausgelastet. Genaue Zahlen will Heidelberger Druck am 1. August bekannt geben.

„Wir erwarten, dass es in der Printmedienindustrie in der gleichen Größenordnung wie im vergangenen Jahr weiter aufwärts geht“, sagte Schreier, „erstaunlich erfreulich ist die Entwicklung in Europa.“ In den USA sei das Wachstum verhalten positiv, in Asien dagegen rasant.

Höhere Dividende

Die asiatischen Länder und die anderen Schwellenländer in Lateinamerika und Osteuropa sollen bei Heidelberger Druck schon in zwei bis drei Jahren die Hälfte des Geschäfts ausmachen. In diesem Jahr soll ihr Anteil um 2 Prozentpunkte auf 45 Prozent steigen.

Auf der Hauptversammlung wurde die Ausschüttung einer Dividende von 65 Cent je Aktie nach 30 Cent im Vorjahr beschlossen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005/2006 hatte das MDax-Unternehmen den Überschuss auf 135 Mill. Euro gesteigert und damit mehr als verdoppelt. Am 1. August wird Heidelberger Druck Zahlen zum ersten Quartal 2006/2007 vorlegen.

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