Hauptversammlung in München
BMW legt die Latte höher

Der Autobauer BMW bleibt auf Rekordkurs. „2006 wird das beste Jahr in der Geschichte des Unternehmens werden“, sagte BMW-Chef Panke am Dienstag in München. Und die Münchener wollen Konkurrent Mercedes beim Absatz weiter abhängen. Es gab auf der Hauptversammlung trotzdem auch Kritik von den Aktionären.

HB MÜNCHEN. Der Konzern hat sich ein neues mittelfristiges Absatzziel gesteckt und will seine kürzlich erkämpfte Stellung als verkaufsstärkster Oberklasse-Autobauer der Welt damt noch ausbauen. „Wir werden alles tun, um auch künftig die Nummer eins zu sein“, sagte Helmut Panke auf der Hauptversammlung. „Im Geschäftsjahr 2010 wollen wir insgesamt 1,6 Mill. Automobile ausliefern.“ Das wären doppelt so viele wie im Jahr 2000. Das zusätzliche Absatzvolumen solle beitragen, auch das Ergebnis zu steigern, fügte er hinzu. Im Winter hatten die Münchener erstmals den Erzrivalen Mercedes bei den Verkaufszahlen überholt.

Sein eigentlich erst für 2008 angestrebtes Absatzziel von 1,4 Mill. Automobilen werde BMW bereits im kommenden Jahr erreichen, sagte Panke. Im vergangenen Jahr hat der Autokonzern rund 1,33 Mill. Wagen der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce ausgeliefert. Panke kündigte an, neben einer weiteren Verbreiterung der Modellpalette langfristig auf die Wachstumsmärkte China und Indien setzen zu wollen. Die BMW-Aktie legte in einem leicht festeren Dax mehr als ein Prozent auf 41,36 Euro zu.

Panke bekräftigte, BMW werde im laufenden Jahr auch ohne den Sondergewinn von 375 Mill. Euro aus dem Verkauf der Anteile an dem britischen Triebwerkshersteller Rolls-Royce einen Rekordgewinn vor Steuern aufstellen. Im vergangenen Jahr war das Vorsteuerergebnis wegen Währungseffekten und Bewertungsverlusten leicht auf 3,3 Mrd. Euro zurückgegangen. Für 2006 rechnet BMW mit vier Mrd. Euro inklusive des Sondergewinns. Anders als 2005 sei BMW gegen Wechselkursschwankungen gewappnet. „Der Dollar kann so schwach werden wie er will, weil wir soweit abgesichert sind“, sagte Panke. Auch für 2007 habe BMW teilweise bereits gegen negative Währungseffekte vorgesorgt.

Aktionärsvertreter zeigten sich mit dem Abschneiden von BMW zufrieden. Auf Kritik stieß jedoch die Dividendenpolitik des Unternehmens. Bei aller Dynamik sei die Entwicklung der Ausschüttungen „absolut unbefriedigend“, sagte Klaus Schneider von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Für 2005 sollen die Aktionäre eine Dividende in Höhe von 0,64 Euro erhalten, im Vorjahr hatte die Ausschüttung bei 0,62 Euro gelegen. Für Vorzugsaktien sollen 0,66 Euro (Vj: 0,64) gezahlt werden. Auch Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) zeigte sich enttäuscht. „Die Anhebung um zwei Cent ist kein Premiumschritt, da erwarten wir auch Marktführerschaft.“ Panke sicherte zu, dies zu prüfen, betonte aber: „Ich glaube, dass es BMW gut tut, eine gewisse Kontinuität zu haben.“

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