Hauptversammlung: Kaum Kritik von den Aktionären
Lanxess präsentiert sich in robuster Verfassung

Der Chemiekonzern Lanxess hat die Preise erhöht und zeigt sich widerstandsfähig gegen den Konjunkturabschwung in Nordamerika. Lanxess sei ausgesprochen gut ins Jahr gestartet, sagte Vorstandschef Axel Heitmann am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Köln.

rtr KÖLN. "Und wir können schon jetzt sagen, dass die Geschäfte im zweiten Quartal gut angelaufen sind." Zwar trübten sich die Aussichten für die chemische Industrie in Nordamerika ein, sagte Heitmann. "Allerdings werden davon die meisten für Lanxess wichtigen Abnehmerbranchen wie zum Beispiel die Reifenindustrie oder die Agrochemikalien weniger betroffen sein", versicherte er den 2300 Aktionären. Heitmann erwartet, dass die globale Chemiekonjunktur stabil bleiben wird. Dafür sorge die anhaltend hohe Chemienachfrage in Asien, Südamerika und Osteuropa.

Die Chemiebranche muss auch mit steigenden Rohstoffpreisen zurechtkommen. Der Preis für Rohöl, den wichtigsten Rohstoff für die Branche, ist auf rund 130 Dollar je Fass geklettert. Das hat Lanxess nach Heitmanns Einschätzung bislang gut verkraftet. Das Unternehmen gehöre zu den wenigen Chemiefirmen, die gestiegene Rohstoffpreise "vollständig und zeitnah" an die Kunden weitergeben könnten, begründete der Manager.

Heitmann bekräftigte die Ziele für das Gesamtjahr: Von Währungseffekten und der Abgabe von Geschäftsteilen abgesehen soll der Umsatz zulegen. Der operative Gewinn vor Sondereinflüssen soll bei mehr als 700 Millionen Euro liegen. 2007 standen ein Umsatz von 6,61 Milliarden Euro und ein Gewinn vor Sondereinflüssen von 719 Millionen Euro zu Buche. In diesem Jahr will Lanxess das operative Renditeniveau der Wettbewerber erreichen, die 2007 im Schnitt 12,5 Prozent erzielt hatten.

Lanxess konzentriert sich nach einer harten Sanierung inzwischen stärker auf die Spezialchemie, mit der sich höhere Gewinnmargen erwirtschaften lassen. Im vergangenen Jahr kam Lanxess auf eine bereinigte Umsatzrendite (Ebitda-Marge) von 10,9 Prozent.

Von den Aktionären kam kaum Kritik. Bemängelt wurde, dass sich die Geschäftsentwicklung nicht im Aktienkurs widerspiegelt, der seit Jahresbeginn um zwölf Prozent gesunken ist. "Ich hoffe, das es bald wieder einen Aktienkurs gibt, bei dem die vier vorne steht", bemängelte Carsten Heise von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Am Donnerstag lag die Lanxess-Aktie ein Prozent im Plus bei 30,20 Euro.

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