Hauptversammlung
Linde sieht sich auf Kurs

Der nach der Übernahme des britischen Konkurrenten BOC neu aufgestellte Industriegasekonzern Linde hat seine kurz- und mittelfristigen Ziele bestätigt.

dpa-AFX MÜNCHEN. "In der neuen Aufstellung gehen wir deutlich gestärkt an die vor uns liegenden Aufgaben", sagte Unternehmenschef Wolfgang Reitzle am Dienstag auf der Hauptversammlung in München. Im laufenden Jahr 2007 sollen Konzernumsatz und -ergebnis erneut über den Vorjahreswerten liegen. Linde peilt somit einen Umsatz von mehr als 10,4 Mrd. Euro und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von mehr als 2,2 Mrd. Euro an.

Als mittelfristiges Ziel strebt Linde weiterhin für das Geschäftsjahr 2010 ein operatives Konzernergebnis von mehr als drei Mrd. Euro an. Dabei dürften sich auch die Synergieeffekte aus der BOC-Akquisition positiv auswirken, sagte Reitzle.

Linde hatte sich mit der milliardenschweren Übernahme des britischen Konkurrenten BOC und dem Verkauf der Gabelstapler-Sparte Kion Group im vergangenen Jahr zum Industriegase- und Anlagenbauer gewandelt. Mit dem Verkauf des BOC-Komponentengeschäfts war der Konzernumbau abgeschlossen.

Für den gesamten Gasemarkt erwartet Linde in den kommenden Jahren ein stabiles Wachstum. "Wir rechnen mit einem weltweiten Anstieg der Nachfrage um sieben Prozent jährlich", sagte der Linde-Chef. Mittelfristig soll die Gase-Sparte stärker als der Markt wachsen und das Ergebnis überproportional verbessert werden. Dazu würden auch erste Synergieeffekte aus dem Zusammenschluss mit BOC beitragen. "Wir sind auf einem guten Weg, die erwarteten Synergien in Höhe von 250 Mill. Euro jährlich wie geplant von 2009 an erstmals vollständig zu realisieren", sagte Reitzle.

Auch im internationalen Anlagenbau stünden die Zeichen weiter auf Wachstum. "Wir erwarten in den wichtigsten Produktsegmenten Erdgas-, Ethylen-, Wasserstoff- und Luftzerlegungsanlagen einen Anstieg der Nachfrage um sechs bis acht Prozent", sagte Reitzle. Vor diesem Hintergrund rechnet der Unternehmenschef mit Blick auf den hohen Auftragsbestand und eine planmäßige Auftragsabwicklung für die Division Engineering weiterhin mit einer deutlichen Steigerung von Umsatz und Ergebnis.

Linde will mit den Verkauferlösen seine Nettoverschuldung reduzieren. So hatte sich das Unternehmen im Zuge der BOC-Übernahme aus kartellrechtlichen Gründen von Unternehmensteilen trennen müssen. "Gehen Sie davon aus, dass wir diese Erlöse einsetzen, um den Kredit zur Gesamtfinanzierung der BOC-Akquisition weiter zurückführen", sagte Reitzle. Zum ersten Quartal lag die Nettoverschuldung bei gut acht Mrd. Euro. "Gleichzeitig werden wir, wie bisher, sehr sorgfältig darauf achten, auch zukünftig gezielt zu investieren, um so unseren ertragsorientierten Wachstumskurs zu unterstützen", sagte er.

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