Hauptversammlung mit Spannung erwartet
Cewe wehrt sich gegen Investor

Rolf Hollander, Vorstandschef des Fotofabrik-Betreibers Cewe Color, hat keine Angst vor dem 26. April 2007. An diesem Tag wird das Unternehmen seine Hauptversammlung abhalten, und dort könnte es hoch her gehen.

HB FRANKFURT. Angesagt hat sich Großaktionär David Marcus, Chef des US–Hedgefonds M2 Capital, der Hollander gerne stürzen würde, um anschließend tief in die Kasse von Cewe zu greifen. M2 ist mit gut zehn Prozent an dem europäischen Marktführer der Bildermacher beteiligt.

Doch der Cewe-Chef hat die Zeit seit dem 25. Januar, als Marcus seine Attacke ankündigte, genutzt, um Mitstreiter zu mobilisieren. „Wir wissen die Hauptversammlungs-Mehrheit hinter uns“, verkündete er am Mittwoch siegesgewiss bei Vorlage der Bilanzzahlen. Viele institutionelle Anleger wollten zwar nicht öffentlich auftreten, hätten aber Unterstützung zugesagt. Außerdem hat Hollander die Erbengemeinschaft der Gründerfamilie mit einem Anteil von 27 Prozent auf seiner Seite.

Im Januar hatte Marcus schriftlich verlangt, eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen, dabei vier Aufsichtsräte auszutauschen und drei Vorstandsmitgliedern das Misstrauen auszusprechen. Der Einberufungsantrag wurde inzwischen vom Registergericht abgelehnt, so dass sich die Amerikaner mit der ordentlichen Hauptversammlung am 26. April begnügen müssen. Dort wird Marcus auf ein imposantes Auditorium stoßen. Statt der üblichen 600 Aktionäre haben sich in diesem Jahr weit über tausend angemeldet. Deswegen verlegte Cewe die Veranstaltung vom gewohnten Bremer Parkhotel in die EWE-Arena am Firmensitz Oldenburg.

Die Amerikaner hatten schon vor dem Antrag ihr eigentliches Ziel preisgegeben: die Dividende auf fünf Euro je Aktie anzuheben, um den Aktionären ihren Anteil an der vermeintlichen Überkapitalisierung des Unternehmens zukommen zu lassen. In der Realität schlägt Cewe den Anteilseignern für 2006 eine unveränderte Dividende von 1,20 Euro je Aktie vor, obwohl der Gewinn vor Steuern um gut ein Sechstel auf 21 Mill. Euro geschrumpft ist. „Damit schütten wir fast den gesamten Holding-Gewinn aus“, rückt Hollander die Relationen zurecht. Eine Dividende von fünf Euro müsste aus der Substanz gezahlt werden. Tatsächlich hatte Marcus vorgeschlagen, die Ausschüttung mit Krediten zu finanzieren.

Hollander ahnt den Grund des aggressiven Vorgehens: „Die meisten unserer Aktionäre haben zu Kursen zwischen zwölf und zwanzig Euro gekauft. Die sind sehr zufrieden. Nur einer ist bei 39 Euro eingestiegen, und der hat ein Problem“, deutet er an. Am Mittwoch notierte die Aktie bei 39,50 Euro mit steigender Tendenz – im Dezember war sie noch 32 Euro wert. Und Analysten empfehlen seit Wochen, das Papier zu halten.

Seite 1:

Cewe wehrt sich gegen Investor

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%