Hauptversammlung
Porsche-Aktionäre segnen Kapitalerhöhung ab

Die Aktionäre von Porsche haben den Weg für eine Verschmelzung mit dem VW-Konzern geebnet. Nach stundenlanger, kontroverser Debatte votierten die Stamm- und Vorzugsaktionäre am Dienstagabend in Stuttgart auf einer Hauptversammlung für eine Kapitalspritze von bis zu fünf Milliarden Euro, um den Schuldenberg der Porsche Holding abzutragen.
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HB Stuttgart. Dies ist notwendig, um das Unternehmen baldmöglichst mit Europas größtem Autobauer VW verschmelzen zu können. Die Kapitalerhöhung ist von den Inhabern der Stamm- und Vorzugspapiere zu gleichen Teilen zu tragen und soll bis Ende Mai kommenden Jahres stattfinden. Der im Anschluss geplante Aktientausch mit VW könnte sich jedoch wegen rechtlicher und steuerlicher Risiken über das Jahresende 2011 hinaus bis 2014 verzögern. Auch die VW-Hauptversammlung muss das Vorhaben noch absegnen.

Gemeinsam mit dem Sport- und Geländewagenbauer Porsche will VW-Chef Martin Winterkorn bis 2018 zum weltgrößten Autohersteller aufsteigen und Toyota vom Thron stoßen. Das von Winterkorn und VW-Finanzchef Hans-Dieter Pötsch in Personalunion geleitete Porsche-Management warb eindringlich für die Ausgabe neuer Anteilsscheine. "Eine entschuldete Porsche Holding ist gewiss ein interessantes Investment", sagte Pötsch. Viele Aktionäre winkten jedoch ab. „Fünf Milliarden Euro sind kein Pappenstiel, selbst Stuttgart 21 soll günstiger sein“, sagte Peter Maser von der Aktionärsvereinigung DSW.

Nach der "Beinahe-Insolvenz" von Porsche sollten die Vorzugsaktionäre nun zwar Geld zum Schuldenabbau beisteuern, blieben aber auch als künftige VW-Anteilseigner weiterhin stimmrechtslos, monierten mehrere Anleger unter Beifall des Publikums. Sie nutzten die Debatte für eine erneute Abrechnung mit dem von den Familienaktionären dominierten Aufsichtsrat, dem sie Interessenskonflikte und Missmanagement im Zuge der missglückten VW-Übernahme vorwarfen.

Die Fondsgesellschaft Deka hatte sich bereits zu Beginn der Debatte für ein "Ja" zu der Kapitalerhöhung stark gemacht, um die nötige Mehrheit von mindestens 75 Prozent des Vorzugskapitals sicher zu stellen. Nach elfstündiger Aussprache votierten 88,39 Prozent der Inhaber der Vorzugsaktien dafür.

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