Hauptversammlung
Porsche-Aktionäre streiten um Kapitalerhöhung

Es ist kein einfacher Tag für Martin Winterkorn. Der VW-Chef leitet ja auch die Holding von Porsche und damit auch die Hauptversammlung, zu der die Aktionäre des Sportwagenbauers durchaus grummelnd kommen. Spannend ist vor allem die Abstimmung über eine milliardenschwere Kapitalerhöhung bei Porsche.
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HB STUTTGART. Die Vorzugsaktionäre der Porsche Holding haben auf der Hauptversammlung über eine geplante Kapitalerhöhung zur Entschuldung des Unternehmens gestritten. "Fünf Milliarden Euro sind kein Pappenstiel, selbst Stuttgart 21 soll günstiger sein", sagte Peter Maser von der Aktionärsvereinigung DSW am Dienstag in Stuttgart. Die Vorzugsaktionäre, die die Hälfte der Kapitalspritze schultern müssen, sollten zwar Geld zum Schuldenabbau beisteuern, blieben aber auch nach der geplanten Fusion mit VW stimmrechtslos.

Der als Kleinaktionär sprechende Corporate-Governance-Experte Christian Strenger pflichtete bei: "Die Vorzugsaktionäre sind die großen Verlierer." Das frühere Porsche-Management unter Wendelin Wiedeking habe die "Beinahe-Insolvenz" des Unternehmens zu verantworten. Die nach der Kapitalerhöhung geplante Verschmelzung mit VW sei für Porsche nicht sinnvoll, da der Stuttgarter Autobauer wesentlich rentabler sei als der Wolfsburger Konzern.

Hingegen befürworteten die Kleinaktionärsvereinigung SdK und der Investmentfondsgesellschaft Deka die Kapitalerhöhung. "Die Fusion wird kommen", sagte Franz Wagner von der SdK. "Es geht um einen möglichst teuren Ausstieg, wir wollen alle unseren Ausstieg versüßt haben." Die nach der Kapitalspritze geplante Verschmelzung sei für die Porsche-Vorzugsaktionäre günstiger als die Option, das Porsche-Fahrzeuggeschäft gegen Barmittel ganz an VW zu übereignen. Der Porsche Holding bliebe dann nur der knapp 51-prozentige Stimmrechtsanteil an VW und entsprechende Dividendenzahlungen als Einnahmequelle.

Auch die Fondsgesellschaft Deka plädierte für die Ausgabe und die Zeichnung neuer Vorzugsaktien: Der Zusammenschluss bringe Porsche große Vorteile, sagte deren Analyst Jens Meyer. Die Entschuldung sei notwendig, um den Weg für die Fusion mit VW zu ebnen.

Zuvor hatte VW-Chef Martin Winterkorn, der in Personalunion auch die Porsche Holding leitet, gesagt, dass beide Unternehmen zum richtigen Zeitpunkt zusammenrücken. Beide Firmen könnten zusammen die weltweite Nummer Eins in der Automobilindustrie werden.

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