Hauptversammlung
Porsche ist mit sich im Reinen

Auf der Porsche-Hauptversammlung herrscht eine Atmosphäre zwischen Feierstimmung über die guten Zahlen und Grummeln über den Einstieg bei Volkswagen. Konzernchef Wiedeking verteidigte sein Engagement und wies die Kritiker mit scharfen Worten zurecht.

HB STUTTGART. Der Sportwagenhersteller Porsche erwartet, dass der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr 2005/2006 mit dem geplanten Absatz Schritt hält. „Für das Gesamtjahr erwarten wir ein weiteres Wachstum beim Absatz auf deutlich mehr als 90 000 Fahrzeuge sowie einen entsprechenden Anstieg des Umsatzes“, sagte Vorstandschef Wendelin Wiedeking am Freitag auf der Hauptversammlung in Stuttgart. Im zurückliegenden Jahr hatte Porsche weltweit 88 379 Fahrzeuge verkauft und die Verkaufszahlen um 15 Prozent nach oben getrieben.

Beim Umsatz sah es hingegen schlechter aus. Das Wachstum war unter anderem auf Grund eines schlechteren Modellmix deutlich hinter der Zahl der verkauften Wagen zurückgeblieben und hatte „nur“ um 6,9 Prozent auf 6,57 Mrd. Euro zugelegt.

Im Gewinn dürften sich in diesem Geschäftsjahr die „enormen“ – O-Ton Porsche – Entwicklungsaufwendungen für die 2009 geplante vierte Baureihe „Panamera“ sowie einen sprit- und schadstoffarmen Hybrid-Motor negativ bemerkbar machen. „Man kann nicht die Zukunft bebauen wollen und dafür kein Geld ausgeben“, rechtfertigte der Konzernchef des Autobauers die dreistelligen Millionensummen, die allein in diesem Jahr in die Produktentwicklung fließen sollen. „Gleichwohl wollen wir alles daran setzen, auch im laufenden Geschäftsjahr eine hohe Ertragskraft sicher zu stellen“, versprach Wiedeking den Aktionären.

Porsche werde von weiteren Effizienzsteigerungen und der Absicherung von Währungsrisiken profitieren, sagte Wiedeking voraus. Mit der Absicherung von Wechselkursveränderungen vor allem für Fahrzeugverkäufe im Dollar-Raum hatte der Stuttgarter Traditionshersteller in den vergangenen Jahren hohe Gewinne realisiert.

Die weitere Aufstockung seines Anteils an VW wird den Sportwagenbauer hingegen noch einiges an Geld kosten. Porsche will seine Option zum Erwerb von weiteren 3,4 Prozent der VW-Stammaktien alsbald ziehen. Der genaue Zeitpunkt ist indes noch offen. „Wann wir die Option ziehen, ist noch offen“, sagte ein Konzernsprecher am Freitag am Rande der Porsche-Hauptversammlung in Stuttgart laut zweier Nachrichtenagenturen. Eine Meldung der Deutschen Presseagentur, wonach die Kaufoption bis Ende des laufenden Geschäftsjahres 2005/2006 – also bis Ende Juli – ausgeübt werden solle, sei falsch.

Finanzchef Holger Härter hatte im Dezember mitgeteilt, dass der Einstieg bei VW inklusive der Option rund 3,5 Mrd. Euro kosten wird. Derzeit hält Porsche rund 18,5 Prozent und ist vor dem Land Niedersachsen größter Aktionär bei Volkswagen. Eine weitere Aufstockung über die Option hinaus planen die Stuttgarter nach eigenem Bekunden aktuell nicht.

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