Hauptversammlung
Reithofer beschwört BMWs Unabhängigkeit

Eine Hauptversammlung bei BMW ist üblicherweise recht unspektakulär. Schließlich kann die Familie Quandt alles mit ihrer Mehrheit entscheiden. Kritiker sagen, gerade jetzt in den schwierigen Zeiten muss das nicht immer von Vorteil sein. So stellt sich BMW auch gegen eine engere Kooperation mit Daimler.

HB/fas MÜNCHEN. Der BMW-Konzern fühlt sich stark genug, die Krise alleine zu meistern. „Wir werden auch in Zukunft unseren Weg gehen, eigenständig und unabhängig“, sagte BMW-Chef Norbert Reithofer auf der Hauptversammlung in München laut Redetext. „Kooperationen ja, aber nicht auf Kosten der Unabhängigkeit“, sagte der BMW-Chef vor den Aktionären.

Reithofer hatte in den vergangenen Wochen dem Erzrivalen Daimler-Konzern eine weitgehende Absage für eine weit reichende Allianz gegeben. So wird es zwischen BMW und Daimler weder eine Kooperationen bei Plattformen oder Motoren geben, auch die Finanztöchter bleiben unabhängig. Verhandelt wird stattdessen über eine Einkaufsgemeinschaft von „nicht-markenprägenden“ Teilen. Die Verhandlungen für diese Allianz sind allerdings noch nicht abgeschlossen.

Reithofer stellte die Aktionäre auf ein hartes Jahr ein, das bereits im ersten Quartal mit einem Verlust von rund 150 Mio. begonnen hat. Eine Prognose für das „Übergangsjahr 2009“ gibt Reithofer nicht. Immerhin rollt in wichtigen Werken die Produktion wieder an. Die Kurzarbeit im Werk Regensburg ist aufgehoben, ab Juni soll im Werk Leipzig wieder in zwei Schichten gearbeitet werden. Hier werden die Modelle der 1er-Reihe produziert, die bislang kaum von Absatzeinbrüchen getroffen worden sind.

Ab 2010 werde BMW von der Erneuerung seiner Volumenmodelle profitieren, betonte der Konzernchef und gab eine positive Perspektive. Dies werde den Absatz stärken, die neuen Fahrzeuge seien aber auch günstiger zu produzieren und deshalb profitabler.

Bis 2015 will BMW zudem mit einem neuen „Megacity Vehicle“ auf den Markt kommen. Worum es sich dabei genau handeln soll, verrät der Konzern nicht. Reithofer sagte lediglich, es könne sowohl mit einem Elektromotor als auch mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet sein, mit zwei aber auch mit vier Rädern.

Der Autobauer hatte noch eine aktuelle positive Nachricht parat: BMW fährt seine Produktion im Werk Leipzig dank der guten Nachfrage nach dem 1er von Juni an wieder hoch. Bis Ende Mai werde noch im Einschichtbetrieb gearbeitet, danach gehe es wieder in den Zweischichtbetrieb, sagte BMW-Chef Norbert Reithofer am Donnerstag auf der Hauptversammlung des Unternehmens in München laut Redetext.

In Leipzig werden Modelle der kleinen 1er-Baureihe gebaut, die derzeit auch von der Abwrackprämie profitiert. Im April hatte der 1er beim Absatz zumindest den Vorjahreswert erreicht. Bei fast allen anderen Baureihen war er deutlich zurückgegangen. Neben dem Dreitürer, dem Coupé und dem Cabrio soll ab Anfang September in Leipzig auch der neue, kleine Geländewagen X1 gebaut werden.

Wegen der guten Nachfrage nach einzelnen Modellen hatte BMW vor kurzem auch in Regensburg die Kurzarbeit vorzeitig beendet. Damit wird dann nur noch im weltweit größten Werk Dingolfing kurz gearbeitet, wo vor allem größere Autos wie der 5er und der 6er vom Band laufen. Über die Teileproduktion in Landshut und Berlin sei noch nicht entschieden, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

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