Hauptversammlung
RWE baut auf Strom

Der Essener RWE-Konzern will auch außerhalb Deutschlands eine wichtige Rolle auf den Energiemärkten einnehmen. Deshalb plant er den Bau neuer Großkraftwerke, auch und gerade in den Niederlanden. Aus der Wasserversorgung zieht sich RWE im Gegenzug zurück.

ESSEN. In den Niederlanden will RWE künftig zum führenden Strom- und Gasunternehmen werden, teilte Vorstandschef Harry Roels am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Essen mit. Derzeit belegt der Konzern im Nachbarland nur Rang 5 und das vor allem dank des Gasgeschäfts. Die Kosten des 1 600 bis 2 200 Megawatt starken Kraftwerks, das mit Kohle und Biomasse „befeuert“ werden soll, schätzt er auf bis zu 1,5 Mrd. Euro. Der Bau könnte 2008 beginnen, 2012 könnte das Kraftwerk schon ans Netz gehen und rund 3,4 Mill. Haushalte mit Strom versorgen. Eine endgültige Entscheidung zum Bau ist jedoch noch nicht gefallen. Mit Rotterdam Maasvlakte und Eemshaven würden derzeit zwei Küsten-Standorte geprüft.

„Kraftwerke zu bauen, zu betreiben und den Strom bestmöglich zu vermarkten ist unser Wettbewerbsvorteil Nr. 1 im europäischen Strommarkt, dessen Kraftwerkskapazitäten immer knapper werden“, sagte Roels. RWE ist in Deutschland der größte Stromproduzent und plant auch hierzulande eine Reihe neuer Anlagen. Im rheinischen Neurath ist bereits der Bau eines 2 100 Megawatt starken Braunkohlekraftwerks beschlossen, im westfälischen Hamm soll ein 1 500-Megawatt-Steinkohlekraftwerk enstehen. In Großbritannien hat RWE bereits den Bau eines Gaskraftwerkes beschlossen und prüft den Bau von weiteren Anlagen. Hinzu kommen Investitionen in neue Techniken. In Deutschland plant der Konzern das erste kohlendioxidfreie Großkraftwerk. Es soll 2014 ans Netz gehen und 1 Mrd. Euro kosten. In Großbritannien will das Unternehmen ein ähnliches Projekt prüfen.

Die Kraftwerksprojekte sind Teil von Roels neuer Strategie, die er den Aktionären präsentierte. Er hat den Ausstieg aus dem bisherigen Kerngeschäft Wasser beschlossen. Der Verkauf der Töchter Thames Water und American Water soll Spielraum für Investitionen im Strom- und Gasgeschäft schaffen. Für den Kauf der beiden Töchter hatte RWE erst vor fünf Jahren fast 20 Mrd. Euro bezahlt, davon 8,7 Mrd. Euro für American Water.

Den Verkauf von Thames Water will RWE bis zur Jahresmitte starten. Die Voraussetzungen sowohl für einen Börsengang, als auch für einen Verkauf an langfristig orientierte Investoren seien derzeit günstig. Die Vorbereitungen für den Börsengang von American Water seien bereits angelaufen. Die Erlöse aus den geplanten Verkäufen könne RWE voraussichtlich erst im kommenden Jahr verbuchen, sagte Roels.

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