Hauptversammlung
Scheidender Altana-Chef verteidigt Stellenabbau

Der scheidende Altana-Chef Nikolaus Schweickart hat den Personalabbau bei Altana Pharma nach der Übernahme durch die dänische Nycomed im vergangenen Jahr verteidigt.

dpa-afx FRANKFURT. "Ein solcher Personalanpassungsprozess wäre in jeder anderen Konstellation genauso notwendig geworden, sei es bei einer Fusion mit einem anderen Partner, sei es bei einer Übernahme eines anderen Unternehmens oder sei es bei der Weiterführung des Pharmageschäfts als Stand-Alone-Modell unter der Regie des bisherigen Managements", sagte Nikolaus Schweickart am Donnerstag auf seiner letzten Hauptversammlung als Altana-Chef.

Nycomed hatte Altana Pharma im vergangenen Jahr für 4,7 Mrd. Euro übernommen und plant den Abbau von weltweit rund 1 250 Stellen. Dies entspreche rund zehn Prozent der gesamten Belegschaft des Konzerns. Besonders betroffen sei dabei der Standort Konstanz mit knapp 800 Stellen. Die Stellenstreichungen bei Altana Pharma seien "kein Einzelfalll", sondern ein generelles Problem der deutschen Arzneimittelhersteller.Schweickart verwies dabei auf Bayer/Schering und Merck/Serono. Die forschende Pharmaindustrie befinde sich in einem strukturellen Veränderungsprozess, der zu einer "Anpassung der Belegschaften an wettbewerbsfähige Kostenstrukturen" führe.

Altana konzentriert sich seit dem Verkauf der Pharmasparte auf die Spezialchemie. Die Führung der neuen Altana wird der bisherige Chemievorstandes Matthias Wolfgruber übernehmen. Der neue Altana-Vorstandschef sieht den Chemiekonzern Altana als "kerngesundes finanzstarkes" Unternehmen gut aufgestellt und hat die jüngsten Prognosen erneut bekräftigt. "Für die Altana beginnt mit der heutigen Hauptversammlung eine neue Ära. Die neue Altana wird wahrscheinlich nach der Ausschüttung der Dividende demnächst im MDax notiert sein," sagte Wolfgruber. Altana werde mit einer Gesamtbilanzsumme von etwa 1,7 Mrd. Euro, einem Eigenkapital von etwa 1 Milliarde Euro und einer Nettofinanzverschuldung von etwa 200 Mill. in die Zukunft starten.

Wolfgruber peilt im laufenden Jahr weiterhin ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich auf 1,34 bis 1,39 Mrd. Euro an. 2006 war der Umsatz akquisitionsbedingt um satte 43 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro gestiegen. Das Ebitda-Wachstum soll klar zweistellig sein und in einer Spanne von 210 bis 240 Mill. Euro liegen (VJ: 237). Das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) werde durch den Zinsertrag aus dem Verkauf von Altana Pharma in einer Größenordnung zwischen 50 und 60 Mill. Euro positiv beeinflusst.

Nach der Hauptversammlung auf der die Aktionäre über die neue Struktur und eine Gesamtdividende pro Aktie in Höhe von 34,80 Euro pro Aktie abstimmen werden, firmiert als Altana an der Börse nur noch die Chemiesparte des Konzerns mit Sitz in Wesel. Die Dividende schlüsselt sich in eine Sonderdividende von 33 Euro durch den Veräußerungsgewinn in Höhe von rund 4,5 Mrd. Euro, sowie eine Bonusdividende von 0,50 Euro je Aktie auf. Als ordentliche Dividendenzahlung werden zudem 1,30 Euro je Aktie ausgeschüttet.

Schweickart und Finanzvorstand Hermann Küllmer gehen nach der Hauptversammlung in Rente. Keiner der beiden wechselt in den Aufsichtsrat der neuen Altana AG. Schweickart gehörte dem Vorstand seit 20 Jahren an, 17 Jahre davon als Chef.

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