Hauptversammlung
Stada klagt über Rabattverträge

Generikahersteller hoffen üblicherweise darauf, dass sie von auslaufenden Patenten der Arzneimittelhersteller profitieren. Das ist bei Stada in diesem Jahr ganz besonders der Fall. Auf der Hauptversammlung gibt es aber noch ein weiteres Thema: Stada beklagt sich über die neuen Rabattverträge der Krankenkassen.

HB FRANKFURT. Der Arzneimittelhersteller Stada sieht in den bevorstehenden Patentabläufen in Milliardenhöhe weitere Wachstumschancen. Die Ziele für 2009 wurden bekräftigt. Gleichzeitig übte Konzernchef Hartmut Retzlaff auf der Hauptversammlung am Mittwoch Kritik an den Rabattverträgen der Krankenkassen, die für einzelne kleinere Marktteilnehmer durchaus ruinöse Züge annehmen könnten. Stada selbst habe bei der AOK-Ausschreibung ein "starkes Ergebnis" erzielt, wodurch der Marktanteil am deutschen Generikamarkt für den MDax-Konzern zukünftig weiter steigen dürfte.

Die Nummer drei auf dem deutschen Generikamarkt will weiterhin eine aggressive Preis- und Rabattpolitik verfolgen, auch wenn dadurch Einbußen bei der Marge verzeichnet würden. "Wir sind und bleiben Gegner dieser Rabattverträge, auch wenn wir uns notgedrungen an ihnen beteiligen müssen", so Retzlaff.

Als Mindestziel für 2009 peilt STADA unverändert ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 250 Mio. Euro (VJ: 294,3) an. STADA sehe es durchaus als möglich an, das Gewinnniveau von 2008 wieder zu erreichen und sogar zu überschreiten. "Stada ist kein Unternehmen in der Krise", sagte der Stada-Chef weiter. "Für das laufende Geschäftsjahr 2009 besteht mit einer im 2. Halbjahr erwarteten weiteren Geschäftsbelebung unverändert die Chance, nicht nur das bereinigte, sondern auch das ausgewiesene Umsatzniveau des Vorjahres zu erreichen und sogar zu überschreiten."

Ein Grund für diese Einschätzung sei das geplante Generikum zu dem Magenmittel Pantoprazol: Stada erwarte 2009 konzernweite Umsätze mit einem Pantoprazol-Generikum im "klar zweistelligen Millionen-Euro-Bereich", gab sich Retzlaff zuversichtlich. 2008 hatte Stada einen Rekordumsatz von 1,65 Mrd. Euro erzielt, während der Überschuss wegen Abschreibungen und Währungseffekten um 27 Prozent eingebrochen war.

Innerhalb des Pharmamarktes wiesen Generika unverändert hohe Wachstumspotenziale auf, sagte Retzlaff. In Deutschland habe Stada nach drei mageren Jahren jetzt mehrere Jahre mit größeren Patentabläufen vor sich. Das Umsatzpotenzial der Originalmedikamente, deren Patente bis 2013 ausliefen, läge bei mehr als vier Mrd. Euro. Nach Daten des Datenanbieters IMS Health könnte der weltweite Markt für Generika von 90 Mrd. Euro 2008 auf 132 bis 152 Mrd. Euro im Jahr 2013 steigen.

Stada sieht in Krise Chancen für mögliche Zukäufe: Nach einer Überhitzung bei der Übernahme von Generika sei derzeit allmählich eine Beruhigung spürbar. "Manches Objekt, das wir vor einem Jahr als überteuert abgelehnt haben, liegt jetzt wieder mit deutlich niedrigerem Multiple auf dem Tisch", sagte Retzlaff. Stada stünden - auch für Zukäufe - derzeit weitere Kreditlinien über rund 500 Mio. Euro zur Verfügung.

Die Nettoverschuldung belief sich Ende 2008 auf 1,0 Mrd. Euro und lag damit in etwa auf dem gleichen Niveau wie die Marktkapitalisierung von Stada am Tag der HV. Die Höhe der Verschuldung wie auch die Höhe der Aufsichtsratsvergütung wurde von mehreren Aktionärsvertretern kritisiert. Mitte 2007 war der Generikaspezialist noch rund drei Mrd. Euro wert. Nach einem Kursrückgang im ersten Quartal auf rund zehn Euro war der Kurs zuletzt auf fast 19 Euro gestiegen.

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