Hauptversammlung
Tränen beim Hochtief-Chef und die Abrechnung mit ACS

Heute ist ein einschneidender Tag für Hochtief: Die Hauptversammlung markiert das vorläufige Ende eines neun Monate dauernden Übernahmekampfes. Es ist auch die Gelegenheit für eine große Abrechnung.
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EssenDer neunmonatige Machtkampf ist endgültig vorbei. Hochtief wird nicht weiter gegen die feindliche Übernahme durch den spanischen Baukonzern ACS kämpfen. Aufsichtsratschef Detlev Bremkamp kündigte am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Essen an, auf eine Kampfabstimmung zu verzichten und nicht mehr für das Kontrollgremium zu kandidieren. Auch drei weitere Aufsichtsräte, die als ACS-kritisch gelten, wollen sich zurückziehen. Damit kann ACS den Aufsichtsrat nach eigenen Wünschen neu besetzen und seine Macht deutlich ausbauen.

"Wir haben diese Entscheidung vor dem Hintergrund getroffen, dass ACS am Wochenende eine eigene Liste vorgelegt hat", sagte Bremkamp. Der spanische Großaktionär, der bereits über mehr als 43 Prozent an Hochtief verfügt, habe auf der Hauptversammlung eine klare Mehrheit. Deshalb gebe es für die Hochtief-Liste wenig Chancen. Mit Bremkamp scheiden mit dem Aktionärstreffen auch BDI-Präsident und Ex-Hochtief-Chef Hans-Peter Keitel, Ex-Eon-Vize Wilhelm Simson und der ehemalige Siemens-Chef Heinrich von Pierer aus dem Kontrollgremium aus.

Bremkamp nutzte seine letzte Rede auch zu deutlicher Kritik an dem Angreifer aus Spanien. Dieser habe das Essener Management nicht vorab über die Übernahmepläne informiert. Außerdem habe ACS stets beteuert, Hochtief nicht übernehmen zu wollen. Doch nun stehe der Konzern kurz davor, die Schwelle von 50 Prozent des Aktienbesitzes zu überschreiten und Hochtief in der eigenen Bilanz zu konsolidieren.

Die neue Zusammensetzung des Aufsichtsrates, zu dem es von ACS kein Dialogangebot gegeben habe, sieht Bremkamp kritisch. "Welche Auswirkungen das auf Hochtief haben wird, werden die nächsten Monate und Jahre zeigen", sagte er.

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  • Leider gehören 55 Prozent der „Deutschen Großindustrie“ Ausländischen Investoren, streng genommen gibt es keine „Deutsche Großindustrie mehr.

    Das verdanken wir übrigens Herr Eichel und die Abschaffung der Deutschland AG.


  • Warum können deutsche Unternehmen im Vergleich relativ leicht feindlich übernommen werden, während in anderen Ländern geradezu protektionistisch die Hand über das Volkswirtschaftsgut gehalten wird. Soll die deutsche Großunternehmenlandschaft irgendwann mal dem Ausland gehören?

  • Rührend,
    doch wieviele gute Unternehmen wurden und werden im Anschlußgebiet im Osten Deutschalands von Westunternehmen übernommen und als Konkurrenz ausgeschaltet.

    Das hat niemand interessiert. Und jetzt ist es eben ACS die stärker sind, na und!

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