Hauptversammlung
Volkswagen auf dem Weg zur Weltspitze

VW will der absatzstärkste Autobauer der Welt werden. Die Wolfsburger sind auf einem guten Weg, sind aber verwundbar. Gefahr droht auch vom Konkurrenten General Motors.
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HamburgErfolg kann erstaunliche Folgen haben: Manchmal scheint es fast, als würden sich die Verantwortlichen dafür schämen. So muss sich der IG-Metall-Vorsitzende und stellvertretende Aufsichtsratschef des Konzerns, Berthold Huber, in diesen Tagen immer wieder rechtfertigen, weshalb er dem Rekordgehalt von Volkswagens Vorstandschef Martin Winterkorn zugestimmt hat. „VW ist einfach überdurchschnittlich erfolgreich“, sagt Huber dann.

Aufgrund der schneller und stärker als erwartet sprudelnden VW-Gewinne in diesem und im vergangenen Jahr überwies das Unternehmen Winterkorn inklusive Erfolgsbeteiligung für 2011 fast 17,5 Millionen Euro. So viel hat noch kein Vorstandschef eines Dax-Konzerns vor ihm verdient, nicht einmal der scheidende Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann.

Wie es aussieht, dürfte das Thema die heutige Hauptversammlung des Autobauers in Hamburg prägen. Schon im Vorfeld melden Aktionärsschützer ihren Unmut an. Und nicht nur sie üben Kritik.

„Volkswagen geht es besser, als die das selbst erwartet hatten“, sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser der „Stuttgarter Zeitung“. So sei die Vergütung offensichtlich übers Ziel hinausgeschossen. „Wenn VW aber der Meinung ist, dass auch in Zukunft solche Ergebnisse möglich sind, müssen sie die Maßstäbe verändern, weil die Relationen nicht mehr passen“, forderte der Verbandspräsident.

Infografik

Volkswagen: Umsatz

in den Jahren 2001 bis 2011 (in Mrd. Euro)

Sollte der Aufsichtsrat des Autokonzerns unter Leitung von Ferdinand Piëch Kannegiessers Forderung berücksichtigen, kommt er nicht umhin, die Maßstäbe zu verrücken. Denn die Bilanz des Autobauers glänzt heller als je zuvor. Winterkorn kann den gut 3000 Aktionären und Gästen am Donnerstag auf der 52. ordentlichen Hauptversammlung eine Reihe von Rekorden präsentieren: Vergangenes Jahr fuhr der Konzern einen Umsatz von fast 160 Milliarden Euro ein, mehr denn je. Das operative Ergebnis in Höhe von 11,3 Milliarden stellt den mit Abstand größten Profit der Firmengeschichte dar. Mit anderen Worten: Der Dax-Konzern erzielte 2011 fast so viel Gewinn, wie er zum Start des Vorstandschefs Carl Hahn Anfang der 80er-Jahre an Umsatz erwirtschaftete.

Der Konzern aus der niedersächsischen Provinz ist mit seinen mehr als 240 Fahrzeugmodellen ein Gigant. 2011 stammte weltweit jedes achte verkaufte Auto aus der Wolfsburger Gruppe.

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