Hauptversammlung von Daimler-Chrysler
Aktionärsschützer fordern Schrempps Kopf

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hat am Rande der Daimler-Chrysler-Hauptversammlung massiv die Ablösung von Jürgen Schrempp als Vorstandschef des Konzerns gefordert.

HB DÜSSELDORF. SdK-Sprecher Lars Labryga sagte gegenüber dem Handelsblatt, Schrempp stehe mittlerweile für Misserfolg. "Ich habe das Vertrauen verloren, dass die jetzige Daimler-Chrysler-Spitze ihre Entscheidungen vorher sauber durchrechnet", fügte er hinzu. Auf der Hauptversammlung herrsche mittlerweile allerdings eine „resignative Grundstimmung“, da viele Aktionäre glauben würden: "Der Schrempp macht den Job ewig." Die Meinung, das Schrempp abgelöst werden muss, ist dem SdK-Mann zufolge unter den Eignern durchaus verbreitet.

Auch DWS-Fondsmanager Klaus Kaldemorgen hält die Geduld der Aktionäre für erschöpft. Das milliardenteure Sanierungsprogramm für die defizitäre Kleinwagenmarke Smart sei eine Bankrotterklärung, sagte er auf dem Aktionärstreffen. Außerdem prophezeite er, dass die Mercedes Car Group 2005 tief in die Verlustzone rutschen wird. Und in seinen Augen ist Mercedes inzwischen "keine Ikone mehr". Die DWS-Muttergesellschaft Deutsche Bank ist mit 10,4 Prozent größter Einzelaktionär von Daimler-Chrysler.

SdK und die anderen Schrempp-Gegner hoffen nun, dass ein erheblicher Teil der Anteilseigner Vorstand und Aufsichtsrat die jährliche Entlastung verweigern. Mehrere Fonds hatten bereits angekündigt, dass sie sich ihrer Stimme enthalten werden. Von der SdK und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ist zu erwarten, dass sie gegen die Entlastung stimmen. Die Kleinaktionärsvereinigungen sind sich darüber einig, dass bereits 20 Prozent Gegenstimmen oder Enthaltungen für Schrempp eine empfindliche Ohrfeige wären. Dann müsse auch der Aufsichtsrat überlegen, ob es nicht an der Zeit ist, den Vorstandschef auszutauschen, sagt SdK-Mann Labryga.

DSW-Vertreter Hans Richard Schmitz fordert vor allem einen Wandel in der Strategie des Unternehmens. Daimler-Chrysler solle sich künftig auf seine Kernkompetenzen und Kernmarken konzentrieren. "BMW ist schließlich damit sehr erfolgreich", sagte Schmitz. Er hege zudem Zweifel daran, dass die Chrysler-Sparte tatsächlich über den Berg ist. Wie Schrempp auf der Hauptversammlung sagte, sei der Absatz im vergangen Jahr um 27 Prozent gestiegen - Chrysler habe damit 2004 das beste Jahr in seiner Geschichte gehabt. Offenbar verkaufte sich vor allem der neue Chrysler 300 sehr gut.

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