Hauptversammlung: VW-Chef stimmt Konzern auf schwere Zeiten ein

Hauptversammlung
VW-Chef stimmt Konzern auf schwere Zeiten ein

Auf der Hauptversammlung von Volkswagen zeigt sich Konzernchef Martin Winterkorn besorgt. Dennoch halten die Wolfsburger an ihrem Ziel für 2013 fest. Die Autokrise in Europa hat bereits Spuren im Konzern hinterlassen.
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HannoverVolkswagen macht die Autokrise in Westeuropa immer mehr zu schaffen: Der Wolfsburger Konzern hält zwar an seinen Zielen für das laufende Jahr fest und will den Betriebsgewinn stabil halten. Die kommenden Monate würden aber „alles andere als leicht“, kündigte Konzernchef Martin Winterkorn am Donnerstag vor Aktionären in Hannover an. Europas größter Autobauer müsse sich „mehr denn je ins Zeug legen“, um wie geplant zu wachsen. Trotz des schwachen Jahresauftakts zeigte sich Winterkorn jedoch zuversichtlich, dass der VW in der zweiten Jahreshälfte Fahrt aufnehmen kann.

Infografik

Automobilabsatz VW

in Tsd. Fahrzeugen

Worauf er seinen Optimismus gründet, ließ Winterkorn offen. Einige Experten halten es für möglich, dass die Pkw-Nachfrage im krisengeschüttelten Westeuropa frühestens 2015 überwunden sein wird. Audi-Chef Rupert Stadler geht sogar von einer Durststrecke am europäischen Markt von drei bis fünf Jahren aus, da in Ländern wie Italien, Spanien und Portugal wegen der hohen Jugendarbeitslosigkeit kein Lichtstreif am Horizont zu sehen ist.

Unklar ist noch, wie sich die Krise auf die langfristigen Ziele des Zwölf-Marken-Konzerns auswirken wird: Winterkorn bekräftigte zwar, dass Volkswagen bis 2018 an Toyota vorbeiziehen und sich die begehrte

Weltmarktkrone der Automobilindustrie schnappen wolle. Er lässt dabei allerdings zunehmend Vorsicht erkennen und spricht seinem Redemanuskript zufolge davon, dies sei der „Anspruch“ der Niedersachsen. Bei früheren Gelegenheiten war von einem klaren Ziel die Rede, VW zur Nummer eins bei Ertragskraft, Qualität und Kundenzufriedenheit zu machen. Inzwischen reagiert die Konkurrenz jedoch auf die Herausforderung durch die Wolfsburger. Toyota hatte unlängst angekündigt, die Produktion kräftig hochzufahren.

Bei Volkswagen hinterlässt die Autokrise in Europa inzwischen tiefe Spuren in der Bilanz: Der Betriebsgewinn brach zu Jahresbeginn um mehr als ein Viertel auf 2,3 Milliarden Euro ein. Dennoch bleibt der Vorstand bei seiner Prognose, im laufenden Jahr mehr Autos zu verkaufen und den Umsatz zu steigern. Beim operativen Gewinn erwartet der Konzern aber ein weiteres Jahr Stagnation.

Vom Volks-Wagen zum gewöhnlichen Fahrzeug

Golf-Absatz nach Modell

in Mio.


In den ersten drei Monaten lieferte der Konzern rund um den Globus 2,3 Millionen Fahrzeuge aus, das waren 4,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Umsatz sank zugleich etwas auf 46,6 Milliarden Euro, weil das Geschäft bis auf China und die USA weltweit in nahezu allen Regionen nicht mehr rund läuft. Vor allem in vielen Ländern Westeuropas kaufen die Verbraucher weniger neue Autos. VW erklärte den Rückgang auch damit, dass das boomende Chinageschäft nicht im Umsatz enthalten ist, sondern ins Finanzergebnis einfließt. Auch die Rabattschlacht schmälert die Erträge.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Eine "Erholung" in Westeuropa" dürfte noch lange nicht in Sicht sein. Auch die Absatzentwicklung in Deutschland, speziell bezogen auf die Privatkäufer, dürfte alles andere als positiv verlaufen, wofür es zahlreiche Gründe gibt. Es könnte eine Frage der Zeit werden, die Produktion in Deutschland drosseln zu müssen und sich vom fragwürdigen Ziel, die Nummer 1 im Automobilbau weltweit werden zu wollen, zu verabschieden.

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