Hauptversammlung
WestLB-Banker foppen Porsche

Porsche hat seinen Anteil an Volkswagen in den vergangenen Monaten stark erhöht. Was nach einem klugen Schachzug zur Übernahme der Mehrheit beim Wolfsburger Autobauer aussah, entpuppt sich nun als Kurzschlusshandlung, ausgelöst durch unlautere Geschäfte bei der WestLB in Düsseldorf.

HB STUTTGART. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat die Fehlspekulationen bei der WestLB mit VW-Aktien als Grund für die Aufstockung des eigenen Volkswagen-Anteils genannt. Porsche habe einen massiven Anstieg des Handelsvolumens mit VW-Aktien beobachtet und dahinter einen Finanzinvestor vermutet, sagte Wiedeking am Dienstag auf der Hauptversammlung in Stuttgart. Um den befürchteten Einstieg eines Hedge-Fonds bei VW zu verhindern, habe Porsche entschieden, seinen eigenen Anteil Ende März auf knapp 31 Prozent zu erhöhen und damit ein Pflichtangebot an alle VW-Aktionäre auszulösen.

Erst danach habe Porsche aus den Medien erfahren, „dass bei einer Bank offenbar in erheblichem Umfang Volkswagen-Aktien erworben wurden.“ Und sie habe das wohl in einer Weise an der Börse getan, in der andere Marktteilnehmer sie nicht identifizieren konnten. „Wir mussten handeln“, sagte Wiedeking.

Im April war bekannt geworden, dass WestLB-Mitarbeiter sich massiv mit VW-Aktien verspekuliert hatten. Die Bank entließ zwei Manager, die die Handelslimits wiederholt überschritten und dem Vernehmen nach Kurse manipuliert haben sollen. Dabei soll es vor allem um Aktien des Wolfsburger Autobauers gegangen sein. Sowohl die Finanzaufsicht Bafin als auch die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermitteln.

Porsche scheitert mit VW-Übernahme

Das Pflichtangebot Porsches für VW lag mit 100,92 Euro je Stamm- und 65,54 Euro je Vorzugsaktie deutlich unter dem Börsenkurs der VW-Aktie. Trotzdem hatten einige wenige Volkswagen-Aktionäre das Angebot angenommen Porsche hatte bereits bei der Ankündigung der Offerte Ende März mitgeteilt, derzeit nicht die Mehrheit in Wolfsburg anzustreben. Mit dem Pflichtangebot wolle Porsche aber den Handlungsspielraum für künftige Zukäufe vergrößern. Nach Ablauf der Annahmefrist ist auch bei einem weiteren Ausbau des Porsche- Engagements in Wolfsburg kein erneutes Pflichtangebot erforderlich. Die Stuttgarter können nunmehr bis auf fast 50 Prozent weiter zukaufen, ohne sich erneut erklären zu müssen.

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