Hauptversammlung
Winterkorn stellt Porsche vor Audi

In Stuttgart kommen zur Stunde die Aktionäre von Porsche zusammen. Die Hauptversammlung des Sportwagenbauers steht unter einem ganz besonderen Stern: Es gibt rund um die Verschmelzung mit VW viel zu besprechen. Da hatte die Konzernmutter eine gute Nachricht im Gepäck: Porsche soll in Zukunft die Führung im Sportwagenbau des Volkswagen-Konzerns übernehmen.
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VW-Chef Martin Winterkorn ließ es sich nicht nehmen, die frohe Botschaft den Entwicklern von Porsche am gestrigen Montag selbst zu überbringen. Als "Schwabe und als Ingenieur" kam Winterkorn an den Entwicklungsstandort nach Weissach, um ihnen zu sagen, dass Porsche die ersehnte Führung beim Sportwagenbau im gesamten Konzern übernimmt - und nicht Audi.

Winterkorn verkündete zugleich, dass die fünfte Baureihe von Porsche, der kleine Geländewagen Cajun, in Serie gehen kann. Damit die Projekte in Winterkorns Sinne laufen, betraut er einen Weggefährten: Volkswagens Motorenchef Wolfgang Hatz soll parallel Porsches Entwicklung in Weissach führen. Vorgänger Wolfgang Dürrheimer steigt zum Chef der VW-Töchter Bentley und Bugatti auf.

Der Konzern setze "voll und ganz auf Porsche-Kompetenz", schmeichelte Winterkorn den Ingenieuren, die erst seit wenigen Wochen unter VW-Regie stehen. Porsches Entwicklungsabteilung wird ausgebaut: Der Konzern investiert 150 Millionen Euro und will 100 zusätzliche Ingenieure einstellen. Vor zwei Monaten hatte Winterkorns Vertrauter Matthias Müller, ein VW-Mann, das Porsche-Steuer übernommen.

Der Zeitpunkt der guten Nachrichten ist kein Zufall: Porsches Eigner, der Porsche - und der Piëch-Clan, brauchen auf der Hauptversammlung von Porsches Dachgesellschaft SE heute die Zustimmung der Vorzugsaktionäre, um eine Kapitalerhöhung durchzuziehen. Die Geldspritze ist Voraussetzung für die Fusion mit VW.

Nach einer Sitzung des Aufsichtsrats der Porsche SE, bei der die Mehrheit sowohl der VW-Stimmrechte als auch am operativen Geschäft von Porsche liegt, wandte sich Winterkorn, der in Personalunion die Porsche SE führt, an die Mitarbeiter. Er teilte ihnen mit, dass Porsche mit dem kleinen Sportgeländewagen "Cajun" eine fünfte Baureihe erhält - und, noch wichtiger, die Entwicklung der technischen Grundlage für die Sportwagen im gesamten VW-Konzern übernehmen wird.

Porsches Entwicklungszentrum in Weissach wird "die Verantwortung für den künftigen Sportwagen-Baukasten und den Modularen Standardbaukasten (MSB) übernehmen", so Winterkorn. Auf dem MSB basiert Porsches Sportlimousine Panamera. Porsche hatte kürzlich berichtet, 150 Mio. Euro in den Ausbau von Weissach zu investieren.

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