Hauptversammlung
Wohin steuert Arcelor?

Heute um elf Uhr in einer Halle auf dem Messegelände in Luxemburg fällt die Entscheidung. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung stimmen die Aktionäre des Luxemburger Stahlkonzerns Arcelor über die Fusion mit dem russischen Konkurrenten Severstal ab. Der Ausgang des Votums ist offen, denn die Russen spielen mit verdeckten Karten.

DÜSSELDORF/MOSKAU. Sicher ist nur, dass ein luxemburgisch-russischer Zusammenschluss noch einmal für eine Wende in der Übernahmeschlacht um Arcelor sorgen könnte. Denn die Folge einer Fusion Arcelor-Severstal wäre eine Kapitalerhöhung von 13 Mrd. Euro im Juli, zu der sich Arcelor Ende Mai gegenüber Severstal-Hauptaktionär Alexej Mordaschow verpflichtet hatte.

Für seinen Anteil von 89 Prozent an Severstal, seine Erzminen und Kohlegruben sowie eine Barzahlung von 1,25 Mrd. Euro soll Mordaschow 295 Millionen neu auszugebende Arcelor-Aktien zum Preis von je 44 Euro erhalten. Mit einem Anteil von 32 Prozent würde er mächtigster Arcelor-Aktionär.

Zwar haben die größten Anteilseigner Arcelors, der Finanzinvestor Romain Zaleski (7,8 Prozent), das Großherzogtum Luxemburg (5,6 Prozent) und mehrere internationale Fonds, die rund 30 Prozent des Kapitals halten, bereits angekündigt, heute gegen Mordaschows Einstieg zu stimmen. Ob die Opponenten aber auch mindestens 50 Prozent des gesamten Kapitals zusammenbekommen, ist ungewiss. Nur dann wäre die Fusion mit Severstal hinfällig. In der jüngsten Vergangenheit lag die Hauptversammlungspräsenz nie über 35 Prozent.

Zwar favorisiert eine veritable Minderheit der Aktionäre den Zusammenschluss Arcelors mit dem weltgrößten Stahlproduzenten Mittal Steel. Doch über die Fusion Arcelor-Mittal, auf die sich die Führungsgremien beider Konzerne zu Wochenbeginn nach fünfmonatigem Ringen verständigt hatten, wird heute nicht entschieden. Versammlungsleiter und Arcelor-Verwaltungsratspräsident Joseph Kinsch wird den Aktionären lediglich das letzte Übernahmeangebot Mittals präsentieren. Der indische Milliardär Lakshmi Mittal, Gründer und Chef von Mittal Steel, bewertet Arcelor nun mit gut 25 Mrd. Euro. Das sind rund 40 Prozent mehr als zu Beginn des Übernahmekampfes und ist aus Sicht Arcelors ein angemessener Preis.

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