Hauptversammlungen
Arcelor- und Mittal-Aktionäre krönen den König

Die Aktionäre sollen den Deal nun besiegeln und den indischen Stahlmagnaten Lakshmi Mittal offiziell zum Herrn im Luxemburger Stahlkonzern Arcelor S.A. erheben. Dafür sind zwei außerordentliche Hauptversammlungen angesetzt. Im Anschluss steht die Fusion zum weltgrößten Stahlhersteller ArcelorMittal vor ihrer Vollendung.

HB LONDON. 17 Monate nach dem Ende eines dramatischen Übernahmekampfes wird Mittal (57) durch die Entscheidungen der beiden außerordentlichen Hauptversammlungen (HV) an diesem Montag zum Herrscher über den größten Stahlhersteller der Welt. Arcelor-Mittal, das Ergebnis der Übernahme von Arcelor durch Mittal Steel (Rotterdam), beschäftigt 320 000 Menschen in mehr als 60 Ländern.

In einer Pro-Forma-Bilanz für 2006 wurden für das de facto bereits seit Mitte vergangenen Jahres vereinigte Unternehmen 70,5 Milliarden Euro Umsatz, ein Überschuss von 6,4 Milliarden Euro und Stahllieferungen von 110,5 Millionen Tonnen ausgewiesen. Mittal und dessen Familie besitzen künftig 43,5 Prozent des fusionierten Konzerns, der sich in allen wichtigen Stahlsegmenten als Marktführer sieht.

In einem ersten Fusionsschritt war Mittal Steel am 28. August in eine Firmenhülle namens "ArcelorMittal" nach Luxemburg transferiert worden. Am Montag steht dann der zweite und eigentliche Schritt der Verschmelzung an: Zunächst beschließt die HV von Arcelor-Mittal die Fusion mit Arcelor. Unmittelbar danach beschließt dann die HV der Arcelor S.A. den Zusammenschluss mit Arcelor-Mittal und eine Restrukturierung des Kapitals.

Dabei werden acht ArcelorMittal-Aktien gegen sieben Arcelor-Aktien getauscht. Kleinere Privataktionäre drohen nach wie vor mit Klagen, weil sie dieses Umtauschverhältnis für ungerecht halten. Noch am Montag wird Arcelor in ArcelorMittal umbenannt: Dies soll der offizielle Name des Konzerns sein, dessen Sitz in Luxemburg bleibt. Die Übernahme von Arcelor durch Mittal soll am 13. November in Kraft treten, wenn erstmals an allen Börsen die neuen Aktien von ArcelorMittal gehandelt werden.

Bis Ende 2008 erwartet Mittal dank der Fusion Einspareffekte (Synergien) in Höhe von einer Milliarde Euro. Der neue Stahlriese will bis 2012 jährlich rund 1,3 Milliarden Dollar in seine europäischen Werke investieren. Weltweit sollen in diesem Zeitraum insgesamt 35 Milliarden Dollar an Investitionen fließen.

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