Hauptversammlungen sollen Abwehrmaßnahmen genehmigen
Japanische Unternehmen wappnen sich gegen Übernahmen

Japanische Unternehmen wollen sich verstärkt vor feindlichen Übernahmen schützen. Bei mehr als 200 börsennotierten Unternehmen steht das Thema auf der Tagesordnung der Hauptversammlung.

HB TOKIO. Die Aktionäre sollen den Unternehmen demzufolge Abwehrmaßnahmen wie Giftpillen oder die Anhebung des genehmigten Kapitals absegnen. Am Mittwoch laden 60 Prozent aller japanischen Unternehmen zum Aktionärstreffen. Damit erreicht die Diskussion über den Übernahmeschutz erst einmal ihren Höhepunkt.

Anfang des Jahres hatte die Internetfirma Livedoor mit dem Versuch, einen japanischen Radiosender per feindlicher Übernahme zu schlucken, für Aufregung in den Vorstandsetagen gesorgt. Kurzerhand hat die japanische Regierung daraufhin das neue Körperschaftsgesetz geändert, das Übernahmen aus dem Ausland schon ab 2006 erleichtern sollte. Jetzt treten die Erleichterungen erst ab 2007 in Kraft.

Als eines der ersten Unternehmen hat der Kamerahersteller Pentax am vergangenen Freitag die nötige Zweidrittel-Zustimmung der Aktionäre für Schutzmaßnahmen bekommen. Ein vierköpfiger Ausschuss externer Berater entscheidet im Fall eines Übernahmeangebots darüber, ob dieses angenommen werden soll. Will er es abwehren, darf Pentax Aktienbezugsrechte an die bestehenden Aktionäre ausgeben. „Die Furcht vor einer Übernahme, die nur auf kurzfristige Gewinnmitnahme abzielt, ist gestiegen“, sagt IR-Manager Jiro Okamura. Auch der Internetanbieter E-Access hat seine Giftpille genehmigt bekommen.

Die Zustimmung der Investoren zu bekommen, ist nicht so einfach. Die Aktionäre sind kritisch – und ihre Position ist stärker geworden. Die früher üblichen Überkreuzbeteiligungen japanischer Unternehmen gehen zurück. Mittlerweile liegen nur noch weniger als 40 Prozent der Aktien börsennotierter Unternehmen in den Händen anderer japanischer Unternehmen, Banken und Versicherungen. Mehr als 60 Prozent halten dagegen private und institutionelle sowie ausländische Investoren. Vor zehn Jahren war das Verhältnis noch umgekehrt.

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