Hausgeräte-Hersteller
Whirlpool streicht 5 000 Stellen

Die sinkende Kauflaune der Konsumenten trifft nun auch die Hersteller von Haushaltsgeräten. Der amerikanische Weltmarktführer Whirlpool gab gestern bekannt, wegen der einbrechende Nachfrage 5 000 Stellen zu streichen.

DÜSSELDORF. Die sinkende Kauflaune der Konsumenten trifft nun auch die Hersteller von Haushaltsgeräten. Der amerikanische Weltmarktführer Whirlpool gab gestern bekannt, wegen der einbrechende Nachfrage 5 000 Stellen zu streichen. "Wir haben im dritten Quartal einen steilen Nachfragerückgang in Nordamerika und Europa erlebt und erwarten in nächster Zeit keine Verbesserungen", sagte Konzern-Chef Jeff Fettig bei der Veröffentlichung der Zahlen für das dritte Quartal. Der schwedische Konkurrent Electrolux hatte bereits am Montag vor einer langen Talfahrt der Branche gewarnt.

Whirlpool, das in Deutschland vor allem durch die Marke Bauknecht bekannt ist, erwirtschaftete zuletzt ein Umsatzplus von einem Prozent auf 4,9 Mrd. Dollar. Der Nettogewinn fiel aber gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent auf 163 Mio. Dollar. In Nordamerika, wo der Konzern vor allem mit den Marken Maytag und Kitchenaid präsent ist, fiel der Umsatz um sieben Prozent auf 2,7 Mrd. Dollar, und das operative Ergebnis sank von 132 Mio. auf 74 Mio. Dollar. Der Konzern erwartet, dass die Hausgeräteindustrie in diesem Jahr in Nordamerika zehn Prozent weniger Geräte verkaufen wird als noch vor einem Jahr.

In Europa stieg der Umsatz von Whirlpool im dritten Quartal um neun Prozent auf 1,1 Mrd. Dollar. Als Grund hierfür gab der Konzern aber ausschließlich Wechselkursgewinne bei der Umrechnung aus Euro in Dollar an. Für Europa erwartet Whirlpool, dass der Markt um drei bis vier Prozent schrumpfen wird.

Von den 5 000 Stellen, die der Konzern streichen will, sollen rund 1 900 in Europa wegfallen. Weltweit beschäftigt der Konzern rund 73 000 Mitarbeiter. Seit Anfang des Jahres hat Whirlpool bereits 2 000 Stellen gestrichen und vier Werke in den USA und Mexiko geschlossen. Durch das neue Sparprogramm erwartet der Konzern Einsparungen von 275 Mio. Dollar.

Verglichen damit steht Electrolux recht gut da. Der schwedische Konzern hatte am Montag einen überraschend starken Gewinn für das dritte Quartal verkündet und seine Jahresprognose bekräftigt. Der weltweit zweitgrößte Hersteller von Elektrohausgeräten mit der in Deutschland bekannten Marke AEG erzielte im dritten Quartal einen Nettogewinn von 847 Mio. schwedischen Kronen (umgerechnet rund 80 Mio. Euro), elf Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Der Umsatz lag unverändert bei umgerechnet 2,6 Mrd. Euro. Dennoch spürt auch Electrolux die weltweite Konjunkturschwäche: "Viele Verbraucher schieben den Kauf von Hausgeräten auf oder entscheiden sich für günstigere Produkte", sagte Konzern-Chef Hans Straberg bei der Vorlage der Zahlen. Es gebe keine Anzeichen für eine baldige Erholung des Marktes. Das überraschend gute Ergebnis begründete Electrolux mit der Einführung neuer Produkte in Nordamerika, die zu höheren Preisen verkauft werden konnten. Allerdings hatte Electrolux im ersten Quartal einen Verlust verbucht und zweimal den Ausblick gesenkt.

Als Reaktion auf die schwachen Quartalszahlen fiel der Kurs der Whirlpool-Aktie um 16 Prozent und notierte bei gut 40 Dollar. Dagegen war die Aktie von Electrolux nach den unerwartet guten Zahlen in einem schwachen Marktumfeld um acht Prozent gestiegen und notierte bei 58 Kronen. gil

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