Haushaltsgeräte
Asiaten pokern um GE-Sparte

Neben LG Electronics zeigt auch der chinesische Haier-Konzern Interesse an den Haushaltsgeräten von General Electric. Der Konzern hat jedoch noch nicht über das Angebot entschieden. Der Kaufpreis wird nach Schätzungen bei rund 6,5 Milliarden Euro liegen.

PEKING. Um die Haushaltsgeräte-Sparte des US-Konzerns General Electric (GE) zeichnet sich ein asiatischer Poker ab. Der Chef der amerikanischen Traditionsmarke, Jeffrey Immelt, bestätigte gestern, dass auch der chinesische Haier-Konzern Interesse hat. Als Favoriten nannte er jedoch bei einem Besuch in Seoul LG Electronics aus Südkorea. LG teilte anschließend in einer Börsenmitteilung mit, der Konzern habe noch nicht über ein Gebot entschieden. Der Kaufpreis wird nach Schätzungen bei 6,5 Mrd. Dollar liegen.

„LG und Haier brauchen beide GE, wenn sie wirklich in den US-Markt einsteigen wollen“, so Analyst Castor Pang von Sun Hung Kai Securities in Hongkong. Zudem wäre die Übernahme der Traditionssparte für den erfolgreichen Käufer „eine Riesenreklame“ weltweit. Vor allem für den Haier-Konzern aus der chinesischen Hafenstadt Qingdao wird ein Zukauf in Amerika als letzte Chance für die globale Expansion gesehen. Bislang liegt jedoch noch kein offizielles Gebot vor. Haier wollte sich gestern auf Anfrage nicht zu dem Thema äußern.

„Haiers Ziel ist, eine globale Marke zu schaffen“, sagte Konzernchef Zhang Ruimin dem Handelsblatt. Doch Haier hat nach Ansicht von Analysten Probleme, eine Milliardenübernahme zu finanzieren. Der Konzern versucht darum mit dem Finanzinvestor Bain Capital eine Bietergemeinschaft zu bilden, so informierte Kreise.

Nach einem chinesischen Zeitungsbericht soll sich Haier die Finanzierung durch die China Development Bank gesichert haben. Der Schulterschluss mit der chinesischen Staatsbank würde unterstreichen, dass Haiers internationale Expansion von der Regierung in Peking gewünscht wird. Nach Ansicht von Goldman Sachs kann der Kaufpreis der GE-Sparte bis auf acht Mrd. Dollar steigen.

Doch Marktbeobachter glauben, dass Haier jede politische Verbindung vermeiden will. Chinesische Übernahmepläne stoßen in Amerika oft auf politischen Widerstand. US-Behörden hatten erst vor kurzem die Übernahme des Netzwerkausrüsters 3Com durch den Huawei-Konzern blockiert. „Wenn Haier für die GE-Sparte bietet, dann wird es ein rein kommerzielles Gebot sein“, so ein Analyst.

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