Heckler & Koch: Waffenlieferant kämpft um Refinanzierung

Heckler & Koch
Waffenlieferant kämpft um Refinanzierung

Müssen sich die Gläubiger auf Zahlungsausfälle einstellen? Während eine Rating-Agentur diesen Schluss nahelegt, dementiert der Waffenhersteller jegliche Finanzprobleme. Doch Baustellen hat Heckler & Koch zur Genüge.
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OberndorfDer Waffenhersteller Heckler & Koch hat sich erneut gegen Berichte über Finanzierungsprobleme zur Wehr gesetzt. Die Rating-Agentur Standard & Poor's hatte das Unternehmen am Montag auf CCC- herabgesetzt: Gläubiger müssen sich demnach mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Zahlungsausfälle einstellen. Hintergrund sei eine Unternehmensanleihe über 120 Millionen Euro, die im Juli 2011 ausläuft und bislang nicht refinanziert sei, teilte das Unternehmen am Freitag in Oberndorf (Kreis Rottweil) mit.

Heckler & Koch habe eine Bank damit beauftragt, eine Anschlussfinanzierung für die Anleihe zu bewerkstelligen. „Der Prozess wird voraussichtlich zum Ende des 2. Quartals 2011 abgeschlossen sein“, sagte eine Sprecherin. 2009 hatte die Rüstungsfirma nach eigenen Angaben Umsätze von 235 Millionen Euro und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 49,3 Millionen Euro verbucht. 2010 seien Umsatz und Ebitda deutlich gestiegen. Damit sei die Basis für die Refinanzierung der Anleihe gut, sagte die Sprecherin.

Zu den Hauptkunden des Waffenherstellers zählen die Bundeswehr, die deutsche Polizei sowie die Streitkräfte aus mehreren Nato- Staaten. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt derzeit, ob Heckler & Koch 2006 mit illegalen Waffenlieferungen in mexikanische Unruheprovinzen gegen das Außenwirtschaftsgesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen hat. Das Bundeswirtschaftsministerium hat dem Unternehmen deshalb vorerst alle Waffenlieferungen nach Mexiko untersagt. Heckler & Koch weist die Vorwürfe zurück. Zuletzt war außerdem bekannt geworden, dass die Polizei in Hessen Probleme mit ihrer neuen Dienstwaffe von Heckler & Koch hat.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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