Hedgefonds-Manager nutzt Ausstieg des Großaktionärs Bernd Fennel für Einstieg
BVB-Aktionär Homm langt bei Balda zu

Hedgefonds-Manager Florian Homm hat den Ausstieg des Großaktionärs Bernd Fennel bei Balda zum Einstieg genutzt. Auf einen Schlag sicherte er sich große Teile des Handy-Ausrüsters.

HB FRANKFURT. Homms Fondsgesellschaft FM Fund Management mit Sitz auf den Cayman-Inseln halte seit dem 16. August knapp 14,8 Prozent an Balda, teilte der Handy-Ausrüster am Donnerstag in Bad Oeynhausen mit. Zuvor habe FM weniger als 5 Prozent gehalten.

Balda-Finanzvorstand Volker Brinkmann hatte am Mittwoch erklärt, zwei Fonds seien nach dem Verkauf des 50-prozentigen Anteils von Aktionär Bernd Fennel bei dem Unternehmen eingestiegen, einer mit 14,7 und einer mit 7,4 Prozent. Namen hatte er nicht genannt. Balda wolle in Gesprächen mit der Deutschen Börse erreichen, dass die Anteile als Streubesitz gewertet würden, obwohl sie oberhalb der Schwelle von fünf Prozent lägen. Damit würde der Streubesitz von Balda auf fast 100 Prozent steigen. Nur der Streubesitz fließt in die Berechnung der Marktkapitalisierung ein, wenn es um die Zuordnung zu einem Aktienindex geht. Balda ist im SDax gelistet.

Homm, der erst durch sein Engagement bei Borussia Dortmund einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden war, ist zuletzt als größer Aktionär bei dem Schweizer Medienunternehmen Highlight Communications eingestiegen, zu dem auch die Münchener Constantin Film gehört. Der Investor nimmt gerne aktiv Einfluss auf seine Beteiligungsunternehmen. Erst im Juli hatte Homm wieder Schlagzeilen gemacht, als er den Spielern von Borussia Dortmund eine Meisterprämie in Höhe von insgesamt einer Million Euro versprochen hatte.

Die Fennel-Gruppe hatte Balda Mitte der 90-er Jahre gekauft. 1999 war die Gesellschaft an die Börse gegangen. Balda liefert überwiegend Kunststoffkomponenten für die Mobilfunkindustrie. Das Unternehmen hat im ersten Halbjar glänzend abgeschlossen. Im Gesamtjahr peilt der Vorstand einen Vorsteuergewinn von 45 bis 47 Mill. Euro an. Das Umsatzziel liegt bei 420 bis 440 Mill. Euro. Im vergangenen Jahr hatte Balda einen Umsatz von 378 Millionen Euro erwirtschaftet. Balda baut derzeit seine Produktion in China aus und errichtet ein zweites Werk bei Peking, das im vierten Quartal in Betrieb gehen soll.

Florian Homm

  • 1960 wird er geboren und wächst als Spross der Neckermann-Dynastie in der hessischen Kurstadt Bad Homburg auf.
  • 1978 gründet er seine erste Aktiengesellschaft und gehört, noch bevor er seinen Abschluss an der Harvard Business School macht, zum Analysten-Team von Merrill Lynch.
  • 1993 kauft er die Krösus Vermögensverwaltungsgesellschaft und gründet später weitere Investmentgesellschaften auf den Cayman Islands, mit denen er bei Unternehmen wie MLP, Sixt und WCM einsteigt.
  • 2004 steigt er als Großaktionär bei Borussia Dortmund ein, Deutschlands einzigem börsennotierten Fußballklub. Homm ist verheiratet und hat zwei Kinder.
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