Hedgefonds steigt bei Syngenta ein
Monsanto und Paulson verbünden sich

Hegdefonds-Manager John Paulson nimmt Syngenta in die Zange und wird wohl für den Verkauf an Monsanto plädieren. Wie lange kann sich der Schweizer Agrochemiekonzern noch gegen die Attacken der Amerikaner wehren?
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DüsseldorfEr gilt als einer der aggressivsten Hedgefonds-Manager der USA – und einer, der schon öfters seine Wunden lecken musste. John Paulson wettet mit den Milliardenbeträgen seiner Kunden rund um die Welt: Rund 140 Millionen Euro hat er etwa in die Wasserversorgung von Athen gesteckt – in der Erwartung, dass die bald vollständig privatisiert wird. Auch im spanischen Immobilienmarkt tummelt sich der Amerikaner, dort setzt er auf eine weitere Erholung. Paulson ist auf Krisen-Investments spezialisiert.

Als ein solches betrachtet er nun ganz offensichtlich den Schweizer Konzern Syngenta, der weltweit zweitgrößte Hersteller von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut. Nach Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg hat der Hedgefonds Paulson & Co einen Anteil an Syngenta erworben. Um wie viele Aktien genau es sich handelt, ist nicht klar. Absehbar aber ist, dass Paulson sein Investment dazu nutzen wird, um für den Verkauf von Syngenta zu werben.

Die Schweizer stecken seit Monaten in einem Abwehrkampf: US-Konkurrent Monsanto hat dem Syngenta-Management ein Übernahmeangebot in Höhe von 45 Milliarden Dollar auf den Tisch gelegt. Monsanto will mit der Fusion einen neuen Pflanzenschutzkonzern schaffen, der mit weitem Vorsprung den weltweiten Agrarchemie-Markt anführen würde – eine Branche, in der auch die deutschen Konzern Bayer und BASF stark sind.

Doch Monsanto-Chef Hugh Grant ist bei Syngenta abgeblitzt und kommt seither nicht recht voran mit seinen Plänen. Die Schweizer wollen sich nicht kapern lassen. Öffentlich betont das Management, die Offerte der Amerikaner sei zu niedrig, zudem sei absehbar, dass die Kombination auf zu große kartellrechtliche Probleme stoßen würde.

Grant hält das für lösbar. Er will das gesamte Saatgutgeschäft von Syngenta abgeben und hat dem Konzern eine Zahlung von zwei Milliarden Dollar in Aussicht gestellt, falls der Deal an den Kartellbehörden scheitern sollte. Eine höhere Offerte hält er aber nur für denkbar, wenn Syngenta den Amerikanern einen tiefen Blick in die Bücher gewährt. Eine feindliche Übernahme lehnt Grant bisher ab: Sie sei unter den Bedingungen der Regulierung in der Schweiz „unrealistisch“, sagte er der Schweizer Zeitung „Finanz und Wirtschaft“.

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