Heftiger Gewinneinbruch
Toyota schockt die Autobranche

Schock für die Automobilindustrie: Dass Toyota in der Krise steckt, war auch schon vor der Vorlage der Quartalszahlen absehbar. Dass der Branchenprimus aber so tief drin steckt, überrascht: Toyota hat wegen der weltweiten Konjunktur- und Branchenkrise und des hohen Yen seine Gewinnprognose deutlich stärker gesenkt als erwartet.

TOKIO. Der japanische Autohersteller Toyota hat wegen schlechter Verkaufszahlen seinen Gewinnausblick für das laufende Jahr gesenkt. „Die Automärkte weltweit schrumpfen rapide, zumal in den entwickelten Ländern“, sagte Toyota-Vizepräsident Mitsuo Kinoshita am Donnerstag in Tokio. Einen solchen Rückgang habe er noch nicht erlebt, doch sein Unternehmen sehe dem Trend nicht tatlos zu.

Toyota habe ein „Notfall-Gewinnrettungs-Team“ unter Führung von Konzernchef Katsuaki Watanabe einberufen. Durch weitere Kostensenkungen will das Unternehmen den Gewinn für 2009 retten. Im laufenden Jahr rechnete Toyota ursprünglich mit einem Nettogewinn von knapp zehn Mrd. Euro (1250 Mrd. Yen). Der neue Wert beträgt 4,5 Mrd. Euro (550 Mrd. Yen). Das sind 68 Prozent weniger als im Vorjahr.

Im abgelaufenen Halbjahr (April bis September) ging der Nettogewinn um knapp die Hälfte zurück. In Nordamerika fuhr Toyota sogar einen operativen Verlust ein. Es war dann der Heimatkontinent Asien, der das Ergebnis rettete. Hier nahm der Gewinn um 17 Prozent zu. „Vor allem der komplett überholte neue Corolla verkaufte sich gut“, sagte Vorstandsmitglied Takahiko Ijichi. Viel Geld brachten auch die Modelle Avanza und Innova, die der Konzern in Indonesien fertigen lässt. In Europa dagegen schnurrte der Gewinn auf einen kleinen Rest zusammen.

Neben der Konsumflaute wirkte sich auch die Bewegung an den Devisenmärkten ungünstig aus. „Das negative Ergebnis liegt hauptsächlich an der Aufwertung des Yen und dem Rückgang des Fahrzeugabsatzes in den USA und in Europa“, sagte Kinoshita. Der teure Yen belastet, weil Toyota nur noch einen kleinen Teil seines Geschäfts in Japan macht. Gibt es einen Yen pro Dollar weniger, schrumpft der Profit um 315 Mill. Euro. In der ursprünglichen Schätzung hatte Toyota noch Werte von 100 Yen pro Dollar und 155 Yen pro Euro zugrunde gelegt. Die japanische Währung wurde jedoch seit Juli um ein Viertel aufgewertet.

Toyota verkauft knapp die Hälfte seiner Autos in Nordamerika und Europa. Im Jahr 2006 lag der Wert noch bei drei Vierteln, doch durch eine Ausweitung des Geschäfts in China, Indonesien und anderen Ländern konnte das Vorzeigeunternehmen die Verteilung besser ausgleichen. Da sich jedoch auch die chinesische Währung zusammen mit dem Dollar gegen den Yen bewegt, ist Toyota dem Währungsrisiko trotz allem stark ausgeliefert. „Für alle japanischen Autohersteller steht und fällt das Ergebnis mit dem Zustand der US-Wirtschaft“, sagt Hitoshi Yamamoto von Fortis Asset Management.

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