Hehre Gewinnziele
Mittal will 26 000 Arbeitsplätze abbauen

Der nach Ausstoß weltgrößte Stahlkonzern Mittal Steel hat hehre Pläne: Er will seinen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in den kommenden drei Jahren um mehr als 4 Mrd. Dollar steigern. Das geht auf Kosten der Mitarbeiter.

HB AMSTERDAM/LONDON. Der Stahlhersteller rechnet mit einem Ebitda von 9,9 Mrd. Dollar im Geschäftsjahr 2008, teilte Mittal am Dienstag mit. Im vergangenen Jahr lag das Ergebnis bei 5,8 Mrd. Dollar. Um das Gewinnziel zu erreichen, wolle das Unternehmen rund 26 000 Stellen streichen – rund zehn Prozent seiner Belegschaft – und den Energiebedarf um 6 Prozent senken.

Nach Angaben des Unternehmens schließt die Gewinnprognose Kosten für eine mögliche Übernahme des in Luxemburg ansässigen Konkurrenten Arcelor aus. Mittal bietet für den weltweit zweitgrößten Stahlkonzern knapp 22 Mrd. Euro in bar und Aktien. Arcelor lehnte die jüngst erhöhte Offerte erst am Montag ab und will stattdessen mit dem russischen Wettbewerber Severstal fusionieren. Allerdings schloss der Konzern weitere Gespräche mit Mittal nicht aus. Mittal hat Arcelor nach eigener Darstellung bereits Anfang Juni Kernelemente seines Geschäftsplans vorgelegt.

Im laufenden Jahr rechnet Mittal mit einem Ebitda von 7,3 Mrd. Dollar. Ein Großteil davon – zwischen 4,2 und 4,4 Mrd. Dollar – werde voraussichtlich im zweiten Halbjahr erwirtschaftet. Im gleichen Zeitraum rechnet das Unternehmen mit einem Betriebsgewinn zwischen 3,6 und 3,8 Mrd. Dollar. „Der Ausblick für die Stahlindustrie ist positiv und wird von einem soliden weltweiten Wachstum unterstützt“, sagte Unternehmenschef Lakshmi Mittal.

Händler reagierten positiv auf die Prognose. Die Aktien von Mittal in Amsterdam fielen aber dennoch dem allgemeinen Ausverkauf an den europäischen Märkten zum Opfer und notierten rund 4,6 Prozent schwächer. Arcelor-Papiere gaben in Paris um rund 2,6 Prozent nach.

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