Heidelberg Cement
Baustoffkonzern hebt Dividende kräftig an

Heidelberg Cement blickt verhalten auf das laufende Jahr. Für 2015 kann der Baustoffkonzern jedoch einen Gewinnsprung präsentieren. Die Dividende wird kräftig angehoben.

HeidelbergDer Baustoffkonzern Heidelberg Cement blickt nach einem starken Gewinnanstieg vorsichtig auf das laufende Jahr. Die Risiken in der Weltwirtschaft hätten im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen, sagte Vorstandschef Bernd Scheifele am Donnerstag. Umsatz, operatives Ergebnis und Überschuss sollen moderat zulegen, was einem Anstieg von fünf bis zehn Prozent entspreche. Die bevorstehende Übernahme des italienischen Rivalen Italcementi im Volumen von 3,7 Milliarden Euro ist da noch nicht hineingerechnet.

Vor einem Jahr hatte Scheifele sich eine Prognose von mehr als zehn Prozent zugetraut - und bei stagnierendem Umsatz ein operatives Gewinnplus von 16 Prozent geschafft. Der auf die Gruppe entfallende Nettogewinn stieg um zwei Drittel auf 800 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen nun eine Rekorddividende von 1,30 Euro nach 75 Cent im vergangenen Jahr bekommen. Damit habe die Ausschüttung aber ein Plateau erreicht, sagte Finanzchef Lorenz Näger. Ein derart starker Anstieg sei vorerst nicht mehr zu erwarten. Anteilseigner freuten sich trotzdem: Die Aktie legte in der Spitze mehr als drei Prozent zu.

Der starke Gewinnanstieg war der Euro-Schwäche und den niedrigeren Energiekosten zu verdanken. Aber auch jahrelange Sparprogramme tragen Scheifele zufolge Früchte. In den vergangenen drei Jahren sparte der Konzern rund 850 Millionen Euro. Die operative Marge verbesserten die Kurpfälzer im vergangenen Jahr um gut einen Prozentpunkt auf 19,4 Prozent. Mit der Eingliederung von Italcementi – nach Zustimmung aller Kartellbehörden voraussichtlich im zweiten Halbjahr – wird die Rendite allerdings niedriger ausfallen. Der Zementhersteller aus Bergamo hatte bei einem Umsatz von 4,3 Milliarden Euro vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen eine Marge von 14,8 Prozent.

Die Heidelberger, die in der Branche als kostengünstigster Baustoffproduzent gelten, wollen die Rendite bei Italcementi nach oben schrauben. „Wir sehen gute Möglichkeiten, die Marge zu verbessern“, sagte Scheifele. Die Italiener hätten zu viel investiert, sodass die Werke moderner und besser als die eigenen seien. „Das Problem ist nur, damit verdienen sie kein Geld, das müssen wir ändern“, sagte Scheifele.

Verstärkt um Italcementi kann Heidelcement auch weiter mithalten als Rivale der viel größeren schweizer-französischen Konkurrenz Lafarge-Holcim nach ihrer Elefantenhochzeit. Mit den Italienern zusammen hätte Heidelcement im vergangenen Jahr einen Umsatz von 17 Milliarden Euro gehabt, ein Drittel mehr als ohne sie. Die Heidelberger bleiben künftig weltweit die Nummer eins bei Zuschlagstoffen wie Sand und Kies, zweitgrößter Zementhersteller und drittgrößter Betonproduzent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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