Heidelberg-Cement
Kapitalerhöhung für Hanson-Kauf geplant

Der anvisierte Kauf des britischen Baustoffherstellers Hanson könnte für Heidelberg-Cement teuer werden als bislang geplant. Unterdessen plant der deutsche Konzern einem Zeitungsbericht zufolge die Übernahme vor allem mit einer Kapitalerhöhung und einer Hybrid-Anleihe zu finanzieren.

HB FRANKFURT. Außerdem sollten dazu Randbereiche veräußert werden, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf Finanzkreise. Dazu gehöre das in der Maxit Group gebündelte Geschäft mit Trockenmörtel, Blähton und bauchemischen Produkten. Außerdem wäre dem Blatt zufolge ein Verkauf des Ziegelsteingeschäftes von Hanson in den USA möglich.

Heidelberg-Cement wird von dem schwäbischen Milliardär Adolf Merckle (“Ratiopharm“) kontrolliert. Dem Bericht nach wird sich dessen Anteil von 77 Prozent durch die Kapitalerhöhung nicht unter 50 Prozent reduzieren. Die geplante Hybrid-Anleihe solle in eine Euro- und eine Pfund-Tranche aufgeteilt werden.

Hanson gilt als attraktives Übernahmeziel in einer zersplitterten Branche. Das Interesse des deutschen Wettbewerbers trieb den Börsenwert der Briten am Freitag auf rund 7,7 Mrd. Pfund (11,3 Mrd. Euro). Müsste Heidelberg-Cement dies als Kaufpreis zahlen, wäre dies die kostspieligste Akquisition in dem Industriezweig. Eine Gegenofferte halten Analysten für unwahrscheinlich.

Für den weltweit viertgrößten Zementhersteller wäre Hanson eine gute Ergänzung, erläuterten Branchenexperten. „Es würde strategisch passen, und zwar sowohl regional betrachtet als auch hinsichtlich der Produktpalette“, sagte Ralf Dörper von der WestLB. Hanson ist eines der wenigen großen Unternehmen der Branche mit reichen Rohstoffvorräten und sinkenden Belastungen aus Asbest-Klagen. Asbestfasern, die lange zur Wärmedämmung und zum Feuerschutz eingesetzt wurden, gelten als krebserzeugend, was zu zahlreichen Schadenersatzklagen in den USA geführt hatte.

Die Hanson-Aktie schoss am Freitag zwischenzeitlich auf ein Rekordhoch von 1130 Pence. Übernahmespekulationen haben den Kurs seit dem vergangenen Jahr bereits um rund 60 Prozent getrieben. In Medienberichten war von einer möglichen Kaufofferte von 1150 Pence je Aktie die Rede. Das wären insgesamt umgerechnet mehr als 15 Mrd. Dollar. Damit würde Heidelberg-Cement so viel zahlen wie noch kein Unternehmen der Branche. Der mexikanische Zementhersteller Cemex hatte jüngst für den australischen Rivalen Rinker 14 Mrd. Dollar geboten, der US-Konzern Vulcan Materials für Florida Rock Industries 4,6 Mrd. Dollar. Die Heidelberg-Cement-Aktie lag 0,6 Prozent höher auf 119,70 Euro.

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