HeidelbergCement: Nach Merckles Tod rücken die Finanzinvestoren an

HeidelbergCement
Nach Merckles Tod rücken die Finanzinvestoren an

Bis zuletzt hatte der verstorbene Milliardär Adolf Merckle versucht, sein Konzernimperium zusammenzuhalten. Dieser Versuch ist gescheitert. Nun wollen sich Finanzinvestoren offenbar ein großes Stück des Erbes sichern: Heidelberg Cement.

HB NEW YORK. Finanzinvestoren haben laut einem Pressebericht Interesse an dem durch Fehlspekulationen seines Großaktionärs Merckle in Bedrängnis geratenen Baustoffkonzern Heidelberg Cement. Unter anderem Goldman Sachs habe Interesse an einer Beteiligung, berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen. Die US-Bank werde möglicherweise über ihre Private-Equity-Tochter mit der Texas Pacific Group (TPG) zusammenarbeiten. Die Zeitung nannte darüber hinaus auch den französischen Finanzinvestor PAI Partners als Interessenten.

Laut „Wall Street Journal“ geht es zunächst um eine Minderheitsbeteiligung. Zu einem späteren Zeitpunkt sei aber auch die Übernahme eines Mehrheitsanteils möglich. Nach Berechnungen des „WSJ“ würde ein Anteil von 20 Prozent an HeidelbergCement rund eine Milliarde Euro kosten. Die Familie des inzwischen verstorbenen Milliardärs Adolf Merckle kontrolliert mehr als 80 Prozent der Firmenanteile. Den Zementhersteller drückt eine milliardenschwere Schuldenlast, nachdem der Konzern 2007 den britischen Konkurrenten Hanson gekauft hatte.

Richtig in die Klemme gerieten die Heidelberger Ende aber Ende vergangenen Jahres. Familienoberhaupt Adolf Merckle hatte sich an der Börse mit VW-Aktien verzockt und konnte die von Banken geforderten Sicherheiten nicht mehr leisten. Heidelberg Cement hatte nach dem Freitod des Milliardärs angekündigt, die Eigenkapitalbasis zu stärken. Dazu gehört auch der Verkauf von Unternehmensteilen. Seit dem kursieren Spekulationen, welcher der Konkurrenten Interesse anmelden könnte. Neben der Schweizer Holcim wurde zuletzt auch Italcementi als potenzieller Kandidat ins Spiel gebracht. Viele Marktbeobachter halten zudem eine Kapitalerhöhung von Heidelberg Cement für möglich, um frisches Geld in die Kassen zu holen.

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