Heidelberger Druck
Nachfrageschwäche erzwingt erneuten Umbau

Bei dem noch immer in den roten Zahlen steckenden Maschinenbauer Heidelberger Druck steht die nächste Sanierungsrunde an. Auf dem Prüfstand stehen deshalb jetzt die unterschiedlichsten Bereiche.
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StuttgartUm die geplanten Kosteneinsparungen in den kommenden zwei Geschäftsjahren zu erreichen, seien neben weiteren Anpassungen der Kapazität auch strukturelle Veränderungen geplant, teilte der weltgrößte Druckmaschinenhersteller am Dienstag in Heidelberg mit. Um nachhaltig profitabel zu werden, würden sämtliche Bereiche, Produkte und Prozesse auf den Prüfstand gestellt.

„Da die konjunkturelle Lage weltweit unsicherer geworden ist und die Markterholung nicht wie erwartet eintritt, werden wir aktiv gegensteuern, um unser mittelfristiges Ertragsziel zu erreichen“, kündigte Vorstandschef Bernhard Schreier an. Einzelheiten nannte das mit manroland und Koenig & Bauer sowie japanischen Herstellern konkurrierende Unternehmen zunächst nicht. Bereits in den vergangenen Jahren hat Heidelberger Druck seine Belegschaft zusammengestrichen und das Unternehmen schlanker gemacht.

Im ersten Halbjahr des noch bis März laufenden Geschäftsjahres schrumpfte der Umsatz des Weltmarktführers im Zuge schwacher Nachfrage aus den USA, Japan und den Mittelmeerländern auf 1,18 Milliarden Euro, vor Jahresfrist waren noch knapp 1,2 Milliarden Euro umgesetzt worden. Auch der Auftragseingang schmolz auf 1,33 Milliarden Euro ab, im Vorjahreszeitraum hatten zwei Branchenmessen für einen Ordereingang von 1,4 Milliarden Euro gesorgt. Die Nachfrage werde in der zweiten Geschäftsjahreshälfte wegen der unsicheren Konjunkturlage schwächer als erwartet ausfallen, bekräftigte das Unternehmen. Daher werde entgegen den ursprünglichen Erwartungen in diesem Geschäftsjahr kein ausgeglichenes Vorsteuerergebnis erreicht, wie Heidelberger Druck bereits Ende Oktober eingeräumt hatte. Das operative Ergebnis werde sich ohne Berücksichtigung von Sondereinflüssen jedoch zum Vorjahr spürbar verbessern.

In der ersten Geschäftsjahreshälfte halbierte sich der Betriebsverlust ohne Sondereinflüsse nahezu auf 21 von 41 Millionen Euro vor Jahresfrist. Dank Schuldenabbau verringerte sich auch der Verlust vor Steuern auf 19 Millionen Euro von 50 Millionen Euro im Vorjahr.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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