Auf der alle vier Jahre stattfindenden Schau erhielt Heidelberger Druck
zwar zahlreiche Aufträge für seine neuen Maschinen für den Verpackungsdruck, der als Wachstumsmarkt gilt und in den nächsten sechs Monaten die Auslastung sichert. Der Auftragseingang im ersten Quartal (April bis Juni) lag mit 1,1 bis 1,15 Mrd. Euro aber nur auf dem Niveau des Drupa-Jahres 2004. Damals hatte die Branche eine schwere Krise hinter sich und stand vor einem Aufschwung.
Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres schlugen die Messe-Kosten, der Produktionsanlauf der neuen, großformatigen Druckmaschinen und die verhaltene Nachfrage negativ durch. Der Umsatz sank nach vorläufigen Angaben auf 640 bis 660 Mill. Euro von 742 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum. Wie erwartet rutschte Heidelberger Druck
mit einem Betriebsverlust von 35 bis 40 Mill. Euro in die roten Zahlen. Vor Jahresfrist war noch ein Betriebsgewinn von 26 Mill. Euro erwirtschaftet worden. Im dem bis März 2009 laufenden Geschäftsjahr sei mit einem Rückgang von Ergebnis und Umsatz zu rechnen, erklärte das Unternehmen.
Gegenwärtig nähert sich der Boom im Maschinenbau dem Ende. Einen gewaltigen Dämpfer erhielt die erfolgsverwöhnte Branche im Mai, als die Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahresmonat um zwölf Prozent einbrachen.
Neben Heidelberger Druck
kämpfen auch Manroland, Koenig & Bauer
und Bobst aus der Schweiz mit der Konjunkturabkühlung des wichtigen US-Markts. Zudem spielt der anhaltend starke Euro den japanischen Konkurrenten Ryobi, Komori
und Mitsubishi in Nordamerika und den asiatischen Schwellenländern beim Vertrieb in die Hände.
Heidelberger-Druck-Chef Bernhard Schreier bei Köpfe der Wirtschaft von wiwo.de

