Heidelberger Druck
Warten auf schlechte Zahlen

Die Medienkrise trifft den Hersteller von Druckmaschinen hart. Am Dienstag wird das Unternehmen höchstwahrscheinlich dramatische Umsatzeinbrüche und hohe Verluste bekanntgeben. Die Fusion von Heidelberger Druck und Manroland liegt auf Eis. Doch da die Branche leidet, wächst der Druck zu Neuverhandlungen.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Die Hersteller von Druckmaschinen stecken in ihrer bislang schwersten Krise. Infolge des Einbruchs im Print-Werbemarkt sind Neuaufträge und Umsätze der Unternehmen drastisch eingebrochen. Aber nicht nur die Flaute ist die Ursache für die schlechte Lage, in der sich Heidelberger Druckmaschinen, Manroland und König & Bauer (KBA) befinden. Die Industrie ist angesichts einer dauerhaften Verlagerung von Kommunikation in Richtung Internet von nachhaltigen Überkapazitäten geprägt.

Wie verheerend die Entwicklung ist, zeigt der Druckmaschinenhersteller Wifag. Die Schweizer sind zwar die Nummer vier der Branche, können aber im Wettbewerb mit den drei deutschen Unternehmen nicht mehr mithalten. Die Hoffnung der Wifag auf ein eigenständiges Fortbestehen der wurde durch den "nie dagewesenen Auftragseinbruch" und Preiskampf zunichte gemacht. Den Verantwortlichen bleibt nur die Radikalkur: Von den 650 Mitarbeitern müssen 390 gehen. Gesucht wird nun ein Partner, um das Geschäft fortzuführen. Bleibt die Suche erfolglos, dann droht nach 90 Jahren ein Ende der Druckmaschinenherstellung bei dem Berner Unternehmen.

Konsolidierung kommt nur stockend in Gang

Wie schwer allerdings die Partnersuche sein kann, mussten Heidelberger Druck und Manroland kürzlich erfahren. Ein Zusammenschluss der Unternehmen scheiterte auf der Zielgeraden. Zu riskant erschien den Manroland-Eigentümern Allianz Capital Partners und MAN die Lage beim Marktführer aus Heidelberg, an dem die Allianz ebenfalls beteiligt ist.

Im laufenden Geschäftsjahr werden die Umsätze von Heidelberger wohl um rund ein Drittel auf etwa zwei Mrd. Euro einbrechen und unter dem Strich tiefrote Zahlen stehen. Vorstandschef Bernhard Schreier rechnet mit einem Ebit-Verlust von 110 bis 150 Mio. Euro. Heute will Schreier die Bilanz für das erste Halbjahr 2009/10 vorlegen. Die Investoren werden dabei auch Antworten auf die Frage haben wollen, wie es weitergeht. Zuletzt betonte das Unternehmen, dass es eigenständig durch die Krise manövrieren will.

Klar ist: Branchenweit müssen die Fertigungskapazitäten beschnitten werden. Der Rückgang auf den Printwerbemärkten setzt immer mehr der überwiegend mittelständischen Druckereien - 73 Prozent der weltweiten Druckbetriebe beschäftigen lediglich bis zu 20 Mitarbeiter - in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Damit fallen wichtige Kunden der Maschinenbauer aus.

Doch auch jenseits des Offsetmarktes, wie ihn etwa Heideldruck bedient türmen sich die Probleme.Die Überkapazitäten belaufen sich hier nach Angaben von Marktteilnehmern auf rund 600 000 Tonnen im Jahr. Das entspricht ein Viertel der Jahresproduktion von Druckerzeugnissen in Europa. Die Nachfrage nach großen Druckanlagen im Tiefdruckbereich geht daher gegen Null.

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